KHK

Praxis-Depesche 5/2014

NT-ProBNP zeigt nicht nur Herzinsuffizienz an

Die natriuretischen Peptide (ANP, BNP, NT-ProBNP) haben sich als Marker einer Myokardinsuffizienz etabliert. Sie haben aber auch Bedeutung für die KHK.

Diese endogenen Herzenzyme werden freigesetzt, wenn die Ventrikelwand unter hämodynamischen Stress gerät. Die Plasmaspiegel dieser Substanzen zeigen mit hoher Sensitivität eine ventrikuläre Dysfunktion an. Später fand man, dass sie auch bei stabiler und instabiler KHK erhöht sind.

Letzteren Aspekt griffen dänische Kardiologen auf. Sie wollten wissen, ob die Prog­nose quoad vitam von Patienten, die zur Koronarangiographie kommen, am Serumwert von NT-ProBNP abzulesen ist. In die Studie wurden 337 Patienten mit Verdacht auf KHK eingeschlossen. Nach der Koronarographie wurden sie für im Mittel 6,7 Jahre nachverfolgt.

Ein NT-ProBNP von über 32 pmol/l vor der Untersuchung korrelierte unabhängig mit der Gesamtmortalität (Hazard Ratio 3,11) und dem kombinierten Kriterium aus Mortalität, überlebtem Infarkt und Revaskularisation (HR 2,44).

Etwas unerwartet war die Tatsache, dass künftige kardiovaskuläre Ereignisse nicht eindeutig vorhergesagt wurden. Dies mag an der Studienpopulation gelegen haben. Außerdem wunderte man sich, dass bei 35% der Patienten mit einem NT-ProBNP unter 32 pmol/l eine Herzinsuffizienz NYHA III bis IV fetsgestellt wurde. Möglicherweise ist die NYHA-Einteilung nicht ganz spezifisch für Herzinsuffizienz. Andererseits spricht auch das NT-ProBNP offenbar nicht nur auf Herz­insuffizienz an. Der Zusammenhang seiner Erhöhung mit KHK ist pathophysiologisch bisher nicht erklärt. WE

Quelle: Ruwald MH et al.: NT-ProBNP independently predicts long-term mortality in patients admitted for coronary angiography., Zeitschrift: ANGIOLOGY, Ausgabe 1 (2014), Seiten: 31-36
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