Diabetische Nephropathie

Praxis-Depesche 8/2021

Patienten profitieren von eiweißarmer Diät

Eine eiweißarme Diät verlangsamt die Progression der chronischen Nierenerkrankung. In einer aktuellen Metaanalyse wurde nun die Evidenz-basierte Wirksamkeit einer solchen Diät in der Behandlung der diabetischen Nephropathie untersucht.
Die diabetische Nephropathie (DNP) gehört zu den wichtigsten Komplikationen des Diabetes mellitus (DM) und ist zumindest in den entwickelten Ländern die führende Ursache für eine Nierenerkrankung im Endstadium (ESRD). Die derzeit empfohlenen Standards der medizinischen Versorgung umfassen eine diätetische Therapie, eine optimale Glukose-, Lipid- und Blutdruckkontrolle, die Hemmung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems und die selektive Hemmung des Natrium-Glukose-Cotransporter -Proteins 2 (SGLT-2). So sollen das Fortschreiten der DNP aufgehalten oder zumindest verlangsamt und das Risiko für kardiovaskuläre Probleme verringert werden.
Erwachsenen mit einer moderaten bis fortgeschrittenen chronischen Nephropathie wird meist eine diätetische Proteinzufuhr (dietary protein intake = DPI) zwischen 0,6 und 0,8 g/kg KG/d empfohlen. Allerdings gibt es keine konsistenten Hinweise darauf, dass auch DNP-Patienten tatsächlich von einer DPI ≤ 0,8 g/kg KG/d profitieren. Für die Metaanalyse wurden verschiedene Datenbanken wie MEDLINE, EMBASE und Cochrane Library systematisch nach geeigneten randomisierten kontrollierten Studien durchsucht, die sich mit den Auswirkungen einer eiweißarmen Diät (low protein diet = LPD; Eiweiß-Aufnahme 0,6 - 0,8 g/kg KG/d) auf die DPN-Progression im Vergleich zu einer Kontrolldiät (1,29 g/kg KG/d) beschäftigten. Als geeignet erwiesen sich neun Studien mit 506 Teilnehmern und Nachbeobachtungszeiträumen von 4,5 bis 60 Monaten.
Die Datenanalyse ergab bei DPN-Patienten, die < 0,8 g/kg KG/d Eiweiß konsumierten, einen signifikant verringerten Rückgang der glomerulären Filtrationsrate (GFR; mittlere Differenz [MD] 22,31 ml/min/1,73 m2 , 95 %-KI: 17,19 - 27,42; p < 0,01). Die mittlere Standarddifferenz (SMD) wurde herangezogen, um den Effekt der LPD auf die Proteinurie zu bewerten. Bei einer Eiweißaufnahme < 0,8 g/kg KG/d verbesserte sich die Proteinurie im Vergleich zur Kontrollgruppe markant (SMD -2.26 Einheiten; 95 %-KI: -2.99 bis -1.52 Einheiten; p < 0,001).
Die Vorteile der LPD für DNP-Patienten in den Stadien 1 bis 3 einer chronischen Nephropathie (chronic kidney disease = CKD) waren eine deutlich verringerte Proteinurie (SMD -0,96 Einheiten; 95 %-KI: -1,81 bis -0,11; p = 0,03) und eine leichte, aber signifikante Abnahme von glykiertem Hämoglobin (-0,42 %) und Cholesterin (- 0,22 mmol/l). GS
Quelle: Qiuling L et al.: Diabetic kidney disease benefifits from intensive low-protein diet: Updated systematic review and metaanalysis. Diabetes Ther 2021; 12: 21-36
ICD-Codes: E14.2
Urheberrecht: mauritius images/ Science Source/ TheVisualMD
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