Praxis-Depesche 6/2007

Pyoderma gangraenosum erkennen

Beim Pyoderma gangraenosum handelt es sich um eine seltene, aber schwerwiegende ulzerierende Hauterkrankung, die in verschiedenen Erscheinungsformen auftritt und leicht fehlgedeutet werden kann.

Da das Pyoderma gangraenosum in unterschiedlichen Varianten auftritt und von Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen zuerst gesehen wird, kann die Diagnose verschleppt werden. Das klassische Pyoderma gangraenosum (Dermatitis ulcerosa) präsentiert sich als tiefes Geschwür mit klarer Umgrenzung in violetter oder blauer Färbung. Die angrenzende Haut ist verhärtet. Das Geschwür beginnt oft als kleine Papel oder eine Ansammlung von Papeln, die aufbrechen und sich zu kleinen Geschwüren vereinen. Es entsteht schließlich ein einziges Geschwür mit nekrotisierendem Gewebe in der Mitte. Das Geschwür wird meist im Bereich der Beine gesehen. Die Patienten fühlen sich allgemein unwohl und weisen Symptome wie Fieber, Gelenk- und Muskelschmerzen auf. Die Läsionen sind schmerzhaft.

Die Diagnose stützt sich vorwiegend auf klinische Befunde. Biopsien können jedoch andere krankhafte Zustände wie Malignome, Infektionen oder kutane Vaskulitis ausschließen.

Zur Therapie kommen zunächst in erster Linie topische Kortikosteroide in Frage. Zur Vermeidung von Schäden durch langfristige Kortikoid-Anwendung kann alternativ Ciclosporin eingesetzt werden. In Frage kommt auch die Behandlung mit Azathioprin, neuerdings mit Infliximab, einem monoklonalen Antikörper gegen den Tumornekrosefaktor α.(WG)

Quelle: Brooklyn, T: Diagnosis and treatmetn of pyoderma gangrenosum, Zeitschrift: BRITISH MEDICAL JOURNAL, Ausgabe 333 (2006), Seiten: 181-184
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