Praxistipp

Praxis-Depesche 11/2020

Qualität und Erfolg der COPD-Therapie

Sind die Folgen von Fehlern in der Therapie unmittelbar als Verschlechterung von COPD-Verlaufsparametern messbar?
An einer Querschnittsstudie nahmen über 300 COPD-Patienten teil. Bei einem Sechstel wurde fehlende Adhärenz festgestellt. In der statistischen Analyse zeigte sich eine signifikante negative Assoziation der Adhärenz mit dem CAT-Score und der FEV1-Abweichung vom Sollwert. Ähnliches zeigte sich im Hinblick auf Abweichungen der ärztlichen Verordnungen vom empfohlenen Behandlungsstandard. Diese waren negativ mit dem CAT-Score, dem mittels mMRC-Fragebogen ermittelten Grad der Atemnot, und der Zahl akuter COPD-Exazerbationen (ECOPD) korreliert. Inhalationsmanöver wurden ebenfalls dokumentiert. Bei 40 % der Teilnehmenden wurde eine Inhalator-Fehlanwendung festgestellt, diese zeigten aber keine statistisch signifikante Korrelation mit den bewertenden Parametern. Die Studie verfehlte somit das Ziel, einen unmittelbaren Effekt fehlerhafter oder abweichender Behandlung auf die COPD-Symptomschwere nachzuweisen. Je stärker aber die krankheitsassoziierten Symptome und Beschwerden waren, desto größer die Chance der Betroffenen, leitliniengerecht behandelt zu werden und die verordneten Medikamente gewissenhaft einzunehmen. TH
Quelle: Duarte-de-Araújo A et al.: COPD: Analysing factors associated with a successful treatment. Pulmonology 2020; 26: 66-72
ICD-Codes: J44.9
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