„America first" | Praxis-Depesche 5/2018

Radler und Fußgänger leben gefährlich(er)

Eine aktuelle Übersichtsarbeit untersuchte, wie sich die Raten an Verkehrstoten und -verletzten in den letzten Jahren entwickelt haben. Die USA bilden dabei das traurige Schlusslicht – aber auch in „Good Old Germany“ steht es nicht mit allem zum besten.

Die Daten stammten von der OECD und aus den Jahren 1990 bis 2014 bzw. 2000 bis 2010. Die ausgewerteten Länder waren USA, Kanada, Australien, Japan, UK, Niederlande, Schweden, Dänemark, Frankreich, Spanien und Deutschland. Die gute Nachricht: In allen Ländern sank im Untersuchungszeitraum die Zahl an tödlichen Fußgänger- und Fahrradfahrer- Unfällen (berechnet pro Kopf und insgesamt zurückgelegten Kilometern). Allerdings machten die USA diesbezüglich die geringsten Fortschritte – und zwar mit Abstand: In den USA sank die Zahl an tödlichen Fußgänger-Unfällen im Straßenverkehr um 35%, in allen anderen Ländern zwischen 49 und 75%. In allen untersuchten Altersgruppen waren die Verletzten- und Todeszahlen in den USA signifikant höher als in Deutschland (im Durchschnitt 9,7 pro 100 Mio. gegangener km in den USA versus 1,9 in Deutschland; jeweils zwischen 2008 und 2009).
Eine unrühmliche Ausnahme stellten die Altersgruppen „15 bis 24“ und „25 bis 64“ in Deutschland dar: Hier kam es zwischen 2001 bis 2002 und 2008 bis 2009 zu keiner signif. Abnahme der Todesfälle. Die deutlichen Unterschiede zwischen den USA und Deutschland führen die Autoren u. a. zurück auf 30er-Zonen, Zebrastreifen, Fahrradwege und Verkehrsunterricht in Schulen – alles Dinge, die bei uns weiter verbreitet sind als jenseits des Atlantiks. CB

Quelle:

Buehler R, Pucher J: Trends in walking and cycling safety: recent evidence from high-income countries, with a focus on the United States and Germany. Am J Public Health 2017; 107: 281-7

Das könnte Sie auch interessieren

Alle im Rahmen dieses Internet-Angebots veröffentlichten Artikel sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch Übersetzungen und Zweitveröffentlichungen, vorbehalten. Jegliche Vervielfältigung, Verlinkung oder Weiterverbreitung in jedem Medium als Ganzes oder in Teilen bedarf der schriftlichen Zustimmung des Verlags.