Chronische Wunden

Praxis-Depesche 5/2011

Raschere Heilung durch NOSF-haltige Wundauflage

Bei der Behandlung chronischer Wunden fehlte es bislang an evidenzbasierten Standards. Eine erste Doppelblindstudie zum Vergleich verschiedener Wundauflagen hat nun diese Lücke geschlossen.

Die Therapie chronischer Wunden ist meist extrem langwierig. Eine Wundauflage mit dem Faktor NOSF (Nano-Oligosaccharid-Faktor), der Matrix-Metalloproteasen hemmt, beschleunigt sich der Heilungsprozess signifikant. Das belegt die CHALLENGE-Studie, eine randomisierte Doppelblindstudie, in der 187 Patienten mit chronischem Ulcus cruris acht Wochen lang mit einer NOSF-haltigen oder einer herkömmlichen Schaumstoffwundauflage behandelt wurden.

Unter der NOSF-haltigen Wundauflage ging die Wundoberfläche im Mittel um 6,13 cm2, in der Vergleichsgruppe um 3,26 cm2 zurück (Reduktion von 58,3% versus 31,6%). Damit heilen chronische Wunden unter der NOSF-haltigen Auflage doppelt so schnell ab, betonte Prof. Anne Dompmartin, Caen/ Frankreich.

Das schlägt sich nach Prof. Reinhard Rychlik, Burscheid, in wirtschaftlichen Vorteilen nieder: Eine Kosten-Effektivitäts-Analyse des Gesundheitsökonomen ergab, dass sich hinsichtlich der Gesamtkosten durch die beschleunigte Heilung im Verlauf von acht Wochen 485 Euro einsparen lassen. Extrapoliert auf die durchschnittliche Gesamtdauer des Heilungsprozesses chronischer Wunden von 24 Wochen ergibt sich sogar ein Kostenvorteil von 1310 Euro. Die raschere Heilung bedeutet zudem für die betroffenen Patienten weniger Schmerzen und letztlich mehr Lebensqualität. CV

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