Herzinsuffizienz mit Überleitungsstörungen | Praxis-Depesche 14/2005

Resynchronisation dringend empfohlen

Die kardiale Resynchronisation verbessert die Symptome und die linksventrikuläre Funktion bei vielen Patienten mit Herzinsuffizienz aufgrund linksventrikulärer systolischer Dysfunktion plus Dyssynchronie. In einer internationalen Studie wurde nun der Effekt auf Morbidität und Mortalität untersucht.

Randomisiert erhielten 813 Patienten mit Herzinsuffizienz NYHA III oder IV eine medikamentöse Standardtherapie mit oder ohne biventrikulären Schrittmacher. Ihre EF überstieg 35% nicht, der enddiastolische Durchmesser betrug mindestens 30 mm (jeweils linksventrikulär), der QRS-Komplex mindestens 120 msec. Bei Komplexen von 120 bis 149 msec wurden zusätzlich zwei von drei Kriterien gefordert: eine aortale Präejektionsverzögerung von über 140 msec, eine interventrikuläre mechanische Verzögerung über 40 msec oder verzögerte Aktivierung der postolateralen Wand des linken Ventrikels. Primärer Endpunkt war die Zeit bis zum Tod oder eine Klinikeinweisung bei schwerem kardiovaskulären Ereignis, sekundärer Endpunkt die Gesamtmortalität. Innerhalb von im Mittel 29,4 Monaten erreichten den primären Endpunkt 159 Teilnehmer mit und 224 ohne Schrittmacher. Es verstarben 82 vs. 120 Patienten. Die kardiale Resynchronisation reduzierte die interventrikuläre mechanische Verzögerung, den endsystolischen Volumenindex und die Rückstromfläche bei Mitralinsuffizienz. Die EF stieg an, die Symptome der Patienten besserten sich und ihre Lebensqualität nahm zu. Es kam zu zwei tödlichen Komplikationen der Implantation sowie mehrfach zu Elektroden-Dislokation etc. Die Autoren diskutieren, inwieweit mit ICDs zusätzliche Todesfälle verhinderbar wären. Der Therapie maligner Arrythmien per ICD wäre evtl. eine Prävention über verminderte Progression der Herzinsuffizienz vorzuziehen. Bei geeigneten Patienten sollte daher über einen Schrittmacher nachgedacht werden. (MO)

Quelle: Jarcho, JA: Resynchronizing ventricular contraction in heart failure, Zeitschrift: NEW ENGLAND JOURNAL OF MEDICINE, Ausgabe 352 (2005), Seiten: 1594-1597: , Zeitschrift: , Ausgabe ()

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