Praxistipp

Praxis-Depesche 9-10/2020

Risikoberechnung für bipolare Störungen

Für bipolare Störungen (BP) wurden mehrere Risikofaktoren identifiziert. Dadurch konnten Rechner für das individuelle Risiko entwickelt werden.
Auch wenn eine frühzeitige Intervention die Prognose sowie den Leidensdruck einer BP verbessert, liegt der Zeitraum zwischen dem Ausbruch der Krankheit und der Diagnose bei 5-10 Jahren. Dabei ist eine der größten Hürden, eine BP von einer unipolaren Depression zu unterscheiden, da bei der Hälfte der bipolaren Patienten die primäre Stimmungsepisode depressiv ist. Eine aktuelle Überprüfung identifizierte Originalpublikationen mit Risikorechnern und prüfte deren klinische Anwendbarkeit. Drei Studien erfüllten die Einschlusskriterien: Eine davon entwickelte einen Risikorechner für die Entwicklung aus einer depressiven Episode in eine bipolare Störung, eine weitere Studie prüfte das Auftreten einer bipolaren Spektrumstörung bei Nachkommen bipolarer Eltern und die letzte prüfte nicht näher benannte bipolare Störungen bei Jugendlichen. Diese drei Risikorechner bieten eine gute Unterscheidungskraft für bipolare Störungen. In Zukunft ist es also möglich, so die Autoren der Studie, dass neue Risikorechner nicht nur soziodemographische und klinische Variablen enthalten, sondern auch einige Biomarker, die zu einer noch besseren Vorhersage beitragen können. DM
Quelle: Silva Ribeiro J et al.: Risk calculators in bipolar disorder: a systematic review Brain Sci 2020; 10(8): E525
ICD-Codes: F31.9
Das könnte Sie auch interessieren

Alle im Rahmen dieses Internet-Angebots veröffentlichten Artikel sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch Übersetzungen und Zweitveröffentlichungen, vorbehalten. Jegliche Vervielfältigung, Verlinkung oder Weiterverbreitung in jedem Medium als Ganzes oder in Teilen bedarf der schriftlichen Zustimmung des Verlags.

x