Praxis-Depesche 5/2018

Auf „heiligem Rasen"

Spielerinnen verletzen sich unterschiedlich (oft)

Im Juli dieses Jahres ist es wieder so weit: Der „All England Lawn Tennis Club“ öffnet seine Pforten für „The Championships“, vulgo Wimbledon. Forscher aus England machten sich die Mühe, alle Verletzungen aller Spieler zwischen 2003 und 2012 auszuwerten.

Man berechnete in dieser retrospektiven Kohortenstudie die Anzahl der Verletzungen pro gespielte 1000 Sätze pro Jahr. Die Gesamtverletzungsrate innerhalb des 10-Jahres-Zeitraumes betrug 20,7 Verletzungen pro 1000 Sätze. Männliche Spieler verletzten sich dabei seltener als weibliche (17,7 versus 23,4/1000). 2003 und 2009 waren „verletzungstechnisch“ besonders schlechte Jahre mit besonders zahlreichen Blessuren.
Bei 48% der Verletzungen handelte es sich um akute Traumata, bei 52% um Überlastungen. 39% waren akute Erstverletzungen und 34% waren „Rezidive“ alter Verletzungen. Typische Verletzungen sowohl bei Männern als auch Frauen betrafen wenig überraschend Schulter, Knie und LWS. Männer erlitten häufiger Leisten-, Hüft-, Sprunggelenk- und Fersentraumata, Frauen öfter Handgelenk- und Fußverletzungen. Frühere Studien konnten keine Geschlechterunterschiede bei Tennisverletzungen zeigen. Ob dies daran liegt, dass Wimbledon auf Rasen gespielt wird, ließen die Autoren offen. Wie dem auch sei, Andre Agassi schrieb in seiner Autobiografie: „Der plötzliche Wechsel von einem Belag zu einem anderen ändert alles. Auf Sand ist es ein anderes Spiel, weshalb man auch anders spielen muss, und sich der Körper darauf einstellen muss.“ Was man an den Daten dieser Studie aber schon ablesen kann ist, dass die Belastung für Spieler im jährlichen „Tennis-Zirkus“ immens ist: 61% der Verletzungen brachten die Spieler von anderen Turnieren nach Wimbledon mit. CB

Quelle:

McCurdie I et al.: Tennis injury data from The Championships ... Br J Sports Med 2017; 51: 607-11



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