Praxis-Depesche 17/2005

Tattoos können im Kernspintomographen sehr heiß werden

Bei der Kernspintomographie können Verbrennungen der Haut entstehen, wenn metallische Implantate im Spiel sind. Dass dies auch für manche Tätowierung gilt, zeigt ein Fall aus Mainz.

Ein 45-jähriger Mann musste nach einem Unfall zum Ausschluss einer Contusio spinalis einer Kernspintomographie unterzogen werden. Bereits zu Beginn der Untersuchung verspürte er brennende Schmerzen im Bereich einer Tätowierung oberhalb des rechten Knies, weshalb man die Tomographie abbrechen musste. Außerhalb der MRT-Umgebung ließen die Schmerzen sofort nach. Verbrennungen waren noch nicht aufgetreten. Obwohl an mehreren Stellen des Körpers Tattoos vorhanden waren, verursachte nur das am rechten Oberschenkel diese Probleme. Vermutlich wiesen die an dieser Stelle verwendeten Farbpigmente ferromagnetische oder stromleitende Eigenschaften auf. Schwarz- und Rottöne sind oft eisenoxidhaltig; Braun kann Eisensulfat enthalten, Blau Kobaltaluminat, Grün Chromoxid und Weiß Zinkoxid. Im elektromagnetischen Feld können sich die Pigmente stark erwärmen oder bei schleifenförmigen Mustern durch Strominduktion zu Verbrennungen führen.

Quelle: Klitscher, D: MRT-induzierte Verbrennung bei Tätowierungen, Zeitschrift: UNFALLCHIRURG, Ausgabe 108 (2005), Seiten: 410-414
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