Alteplase bei Schlaganfall | Praxis-Depesche 11/2006

Telemedizin erleichtert zeitnahe Therapie

Für die schnelle Versorgung von Schlaganfallpatienten besteht zwischen städtischen Ballungsräumen und ländlichen Regionen mit den großen Entfernungen zu entsprechend ausgerüsteten Zentren ein deutliches Gefälle. Hier können telemedizinische Netzwerke wie TEMPiS eine entscheidende Besserung bewirken.

Im Projekt TEMPiS, das dem Aufbau von Schlaganfall-Schwerpunktstationen in allen Kooperationskliniken dient, stehen intensive Fortbildungsmaßnahmen und die Einführung eines 24-h-Telemedizinsystems mit digitaler Bildübertragung, Videokonferenz und elektronischer Befund übermittlung im Mittelpunkt. Zwei Schlaganfallzentren und zwölf regionale Kliniken sind derzeit angeschlossen

Insgesamt wurden 2003 4179 Schlaganfallpatienten in die Netzwerkkliniken eingeliefert. Zwischen Februar 2003 und Januar 2004 wurden bei 1826 Patienten 2182 Telekonsilien durchgeführt. Dabei erhöhte sich die Anzahl der Telekonsilien von je < 90 auf 279 pro Klinik. Bei 86 Patienten mit ischämischem Schlaganfall wurde eine Thrombolyse, z. B. mit Alteplase, durchgeführt, in den zwölf Monaten vor Einführung der Telemedizin waren es nur zehn. Bei einem einzuhaltenden Zeitfens ter von drei Stunden nach dem Ereignis betrug die mittlere „Door-to-needle“-Zeit 78 Minuten. Eine CT/ MRT innerhalb von drei Stunden erhielten 59% statt zuvor 46%. Die Verweildauer im Krankenhaus sank von 12,4 (Klinik ohne Stroke Unit) bzw. 11,5 Tagen (Klinik mit Stroke Unit) auf 9,7 Tage. Die Zahl der Patienten, die in eine Klinik mit Akutversorgung verlegt wurden, erhöhte sich von 5,7 auf 7,5%, der Anteil in einer Stroke Unit Primärversorgter sank dagegen von 6,3 auf 1,9%.

Quelle: Audebert, HJ: Can Telemedicine contribute to fulfill WHO Helsingborg declaration of specialized stroke Care?, Zeitschrift: CEREBROVASCULAR DISEASES, Ausgabe 20 (2005), Seiten: 362-369

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