Entzündliche Darmerkrankungen

Praxis-Depesche 19/2006

Therapie-Nebeneffekt: weniger Karzinome

Eine weitere epidemiologische Studie kommt zu dem Schluss, dass Patienten mit Colitis ulcerosa unter regelmäßiger Therapie mit 5-Aminosalicylaten (5-ASA) seltener an kolorektalen Karzinomen erkranken.

Britische Epidemiologen werteten Daten der General Practice Research Database aus, in der rund fünf Millionen Patienten erfasst sind.

Sie identifizierten alle Patienten mit chronisch entzündlicher Darm er krankung, die mit Mesalazin, Balsalazin, Olsalazin oder Sulfasalazin behandelt wurden. In einer nested case-control analysis wurde jede Neuerkrankung an einem kolorektalen Karzinom mit der Anwendung von 5-Aminosalicylaten in den sechs Monaten vor der Diagnosestellung mit sechs alters- und geschlechtsentsprechenden Patienten gematcht, die aktuell mit 5-ASA behandelt wurden. Außerdem wurden die Patienten nach der Regelmäßigkeit der 5-ASA-Anwendung klassifiziert.

Die Analyse schloss Korrekturen bezüglich weiterer Faktoren ein, zu denen gehörten: BMI, Dauer der Kolitis, Vorhandensein kolorektaler Polypen, Anwendung von NSAID, Paracetamol, ASS, Immunsupressiva, Kortikoiden, frühere Hospitalisierung wegen gastrointestinaler Probleme, Zahl der Arztbesuche vor der Diagnose.

Die Studienpopulation umfasste 18 969 Patienten, von denen 100 während einer 5-ASA-Therapie ein kolorektales Karzinom entwickelten. 76 davon hatten eine Colitis ulcerosa.

Die Fall-Kontroll-Analyse ergab, dass die regelmäßige Anwendung von 5-ASA das Karzinomrisiko im Vergleich zur unregelmäßigen Anwendung senkte. (UB)

Quelle: van Staa, TP: 5-aminosalicylate use and colorectal cancer risk in inflammatory bowel disease: a large epidemiological study, Zeitschrift: GUT, Ausgabe 54 (2005), Seiten: 1573-1578
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