Antiemetika nicht nur in der Tumortherapie

Praxis-Depesche 24/2000

Übelkeit und Erbrechen sind beherrschbar

Durch Chemo- und Radiotherapie verursachte Übelkeit und Erbrechen sollten heute kein Problem mehr darstellen, da Antiemetika wie der 5-HT3-Antagonist Ondansetron zur Verfügung stehen. Seit kurzem kann Ondansetron auch zur Prophylaxe und Therapie von postoperativer Übelkeit und Erbrechen eingesetzt werden.

Noch bis Anfang der 90er Jahre musste man bei Patienten, die aufgrund von Tumorerkrankungen mit Zytostatika oder Bestrahlung behandelt wurden, fast immer mit anhaltender Übelkeit und Erbrechen rechnen; nur bei etwa 6% traten diese Nebenwirkungen nicht auf. Seitdem wirksame Antiemetika wie Ondansetron prophylaktisch (als Tablette, Schmelztablette, Injektion) appliziert werden können, bleiben 70 bis 90% der betroffenen Patienten von solchen Nebenwirkungen verschont. Mit der prophylaktischen Gabe von Ondansetron in Kombination mit Dexamethason kann man heute Übelkeit und Erbrechen bei einer Hochdosis-Chemotherapie in mehr als 80% der Fälle ganz unterdrücken oder deutlich einschränken - ein wichtiger Gewinn an Lebensqualität für die Betroffenen. Studien mit mehreren tausend Patienten hatten sich mit Risikofaktoren zur Voraussage von postoperativer Übelkeit und Erbrechen (PONV) beschäftigt. Es zeigte sich, dass weibliches Geschlecht, Nichtrauchen, die Gabe opioidartiger Schmerzmittel und Vorerfahrung mit Übelkeit nach Operationen oder bei Reisekrankheit PONV-Risikofaktoren sind. Liegen drei bis vier dieser Faktoren vor, sollten statt gasförmiger nur intravenöse Anästhetika und prophylaktisch 4 mg Ondansetron i. v. eingesetzt werden. Durch 5-HT3-Antagonisten können postoperative Übelkeit und Erbrechen um bis zu 50% reduziert werden. Von besonderer Bedeutung ist diese postoperative Prophylaxe bei bestimmten Eingriffen, etwa der wiederherstellenden Kiefer- und Gesichts-Chirurgie, um das Operationsergebnis nicht zu gefährden.

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