Korrelation mit Folgen

Praxis-Depesche 10/2015

Unter Insulin steigt Gichtarthritis-Risiko

Zusammenhänge zwischen Hyperurikämie bzw. Gicht und Insulinresistenz, Typ-2- Diabetes sowie dem metabolischen Syndrom mit seinen kardiovaskulären Problemen wurden schon vor längerem gefunden. Die Interaktionen sind offenbar komplex.

Bisher nicht untersucht wurde der Effekt von exogenem (therapeutischem) Insulin auf die Harnsäure. Man sollte ihn aber kennen, um einschätzen zu können, ob Insulintherapie bei Diabetikern mit Gicht einen akuten Arthritis- Anfall auslösen kann. Dieser Frage ging man in Boston, Massachusetts, nach. Die retrospektive Analyse elektronischer Krankenakten schloss Patienten ein, die an Gicht und Typ-2-Diabetes litten. Bei dem einen Teil wurde mit einer Insulintherapie begonnen, bei dem anderen nicht (jeweils 23 Patienten). Die Serum-Harnsäure wurde initial und dann nach verschiedenen Intervallen gemessen.
Bei den therapierten Probanden stieg die Harnsäure nach den Rohdaten im Schnitt um 1,25 mg/dl an, bei den unbehandelten kaum. Nach Korrektur um Ausgangswerte und Messintervalle blieb eine signifikante Assoziation zwischen Insulin und Harnsäure-Anstieg.
Der Beginn einer Insulintherapie kann bei Diabetikern mit Gicht wohl akute Anfälle auslösen. Sollte man daher bei Gicht-Patienten vor Insulin-Gabe prophylaktisch (mit Harnsäure- Senkern) intervenieren? WE
Quelle:

MacFarlane LA et al.: The effect of ... Semin Arthritis Rheum 2015; 44: 592-6

ICD-Codes: E88.9
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