Typ-1-Diabetes

Praxis-Depesche 10/2016

Verbale Intelligenz korreliert mit Stoffwechseleinstellung

Bei Typ-1-Diabetikern ist eine optimale Blutzuckereinstellung zwingend erforderlich, weil ein schlechter HbA1c-Wert nicht nur Spätschäden verursacht, sondern auch die intellektuelle und somit die schulische Leistungsfähigkeit ungünstig beeinflusst.

Die Frage, inwieweit der Typ-1-Diabetes die intellektuelle Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen ungünstig beeinflusst, ist immer wieder Gegenstand kontroverser Diskussionen. Im Rahmen einer Beobachtungsstudie wurden die intellektuelle Entwicklung bzw. die schulischen Leistungen bei 61 jungen Typ-1-Diabetikern untersucht und mit der von 26 stoffwechselgesunden Kindern und Jugendlichen in einem Alter zwischen 5 und 22 Jahren verglichen. Die Dauer der Diabeteserkrankung reichte von 5 bis 17,7 Jahre.
Bei den Diabetikern fand sich insgesamt eine geringere verbale Intelligenz im Vergleich zu den Gesunden. Dabei korrelierte die Sprachfertigkeit mit der Stoffwechseleinstellung, d. h. mehr Hyperglykämien bzw. ein schlechter HbA1c-Wert hatten einen ungünstigen Einfluss auf den verbalen IQ. Interessanterweise fand sich aber kein Zusammenhang zwischen IQ und der Zahl der Hypoglykämien bzw. Ketoazidosen.
Fazit der Untersuchung: Eine schlechte Stoffwechseleinstellung bei Kindern und Jugendlichen mit einem Typ-1-Diabetes kann die kognitiven, insbesondere die verbalen Fähigkeiten und damit auch die schulischen Leistungen in Bezug auf zum Beispiel Rechtschreibung und Lesen ungünstig beeinflussen. PS
Quelle:

Semenkovich K et al.: Academic abilities and glycaemic control in children and young people with Type 1 diabetes mellitus. Diabet Med 2016; 33(5): 668-73

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