Chronsiche symptomatische Herzinsuffizienz

Praxis-Depesche

Vericiguat bietet zusätzlichen Schutz für vulnerable Patient:innen

Der Verlauf der Herzinsuffizienz ist – auch bei optimierter Basistherapie – gekennzeichnet durch wiederkehrende akute Dekompensationen, die jedes Mal mit einem unwiderbringlichen Verlust der Herzfunktion einhergehen. Mit dem sGC-Stimulator Vericiguat steht seit 2021 erstmals eine Therapie der chronischen symptomatischen Herzinsuffizienz zur Verfügung, mit dem sich das Dekompensationsrisiko und das kardiovaskuläre Risiko der Betroffenen maßgeblich verringern lassen.

 

Vericiguat stimuliert die lösliche Guanylatzyklase (sGC), ein wichtiges Signalenzym, das für die ungestörte kardiale Funktion von Bedeutung ist. Die 2021 erfolgte Zulassung der Ergänzungstherapie basiert auf den Ergebnissen der Phase-3-Studie VICTORIA, die Prof. Carsten Tschöpe, Berlin, auf einem Symposium im Rahmen des diesjährigen Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) vorstellte.
In die Studie inkludiert waren 5.050 Patient:innen mit symptomatischer chronischer Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF) mit NYHA-Klasse II-IV und einer linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF) < 45 %). Sie alle waren  aufgrund ihrer HF in den vergangenen sechs Monaten hospitalisiert worden oder innerhalb der letzten drei Monate mit i.v. Diure­tika behandelt worden. Zusätzlich zu einer optimierten Basistherapie erhielten die Patient:innen entweder Vericiguat oder Placebo.
Über eine mediane Beobachtungsdauer von 10,8 Monaten sank unter Vericiguat gegenüber Placebo signifikant das Risiko für HF-bedingte Hospitalisierung oder kardiovaskulärer Tod um 10 % (HR 0,90; 95 %-KI 0,83 - 0,98; p = 0,02). Dies entspricht einer absoluten Ratenreduk­tion von 4,2 pro 100 Patientenjahre und einer jährlichen Number needed to treat (NNT) von lediglich 24 Patient:innen. Angesichts der großen Zahl betroffener HF-Patient:innen übersetzt sich der Risikounterschied in einen hohen klinischen Nutzen, so Tschöpe. Vericiguat zeigte in der Studie eine gute Verträglichkeit und eine mit Placebo vergleichbare Rate unerwünschter Ereignisse. Auch symptomatische Hypotonie und Synkopen traten unter Vericiguat nicht häufiger auf als unter Placebo.
Die aktuelle Leitlinie der European Society of Cardiology (ESC) empfiehlt Vericiguat für die Behandlung von Patient:innen mit HFrEF (NYHA II-IV), bei denen trotz Basistherapien (ACE-Hemmer/ARNI, b-Blocker und MRA) kürzlich eine Verschlechterung der HF aufgetreten ist. Eine gute Gelegenheit, die Therapie einzuleiten (sofern noch nicht geschehen), ist der erste Kontrolltermin nach einer HF-bedingten Hospitalisierung, riet Tschöpe, oder immer dann, wenn ambulante Patient:innen mit erhöhtem Rehospitalisierungsrisiko vorstellig werden und weiterhin über Beschwerden klagen.
Quelle: SYMPOSIUM: „Kardiovaskuläre Therapieoptionen heute und morgen - Auf Herz, Hirn und Niere geprüft“ , DGIM-Kongress, 2.5.2022, Wiesbaden;
Veranstalter: Bayer-Vital; Vericiguat: Verquvo®
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