KHK, Typ-2-Diabetes | Praxis-Depesche 9/2009

Verschiedene Strategien, ähnliche Ergebnisse

Es gibt einige Therapie-Optionen bei stabiler KHK und etliche bei Typ-2-Diabetes. Für Patienten mit beidem wird weiter über das optimale Vorgehen diskutiert.

In einer randomisierten Studie (BARI 2D) erhielten die 2368 Teilnehmer für die KHK entweder eine prompte Revaskularisation (Bypass-OP oder PTCA mit Stenting) oder aber eine intensive phamakologische Therapie, gegen den Diabetes entweder insulinsensibilisierende Medikamente (Metformin oder Glitazone) oder Insulin; das HbA1c sollte unter 7% gehalten werden.

Nach fünf Jahren unterschieden sich die Überlebens- und Komplikationsraten weder zwischen Revaskularisations- versus Medikations-Gruppe noch zwischen Insulinsensitizer- versus Insulin-Patienten signifikant. Verglich man nur Bypass und KHK-Medikamente, schnitt die OP signifikant besser ab. Dabei ist zu bedenken, dass die Patienten der Bypass-versus-Arznei-Subgruppe eine schwerer ausgeprägte KHK hatten als die der PTCA-versus-Arznei-Subgruppe. Dabei waren schwere Hypoglykämien unter Insulin häufiger als unter Sensitizern.

Typ-2-Diabetiker mit schwerer Mehrgefäß-KHK sollten wohl besser einen Bypass bekommen; ansonsten ist intensive medikamentöse KHK-Therapie nicht schlechter als Revaskularisation. Und mit insulinsensibilisierenden Medikamenten hat man den Stoffwechsel mindestens so gut im Griff wie mit Insulin. WE

?! Werden die Ergebnisse die klinische Praxis ändern? Im Zeitalter des Kostendrucks im Gesundheitswesen könnte der unkritische Einsatz der Revaskularisation einen Dämpfer gebrauchen. Ansonsten sollte die Studie zusätzlichen Anlass geben, bei jedem Patienten das adäquate Vorgehen ergebnisoffen zu diskutieren.
Quelle: Boden WE: Diabetes with coronary disease--a moving target amid evolving therapies? Boden WE, Taggart DP., Zeitschrift: NEW ENGLAND JOURNAL OF MEDICINE, Ausgabe 360 (2009), Seiten: 2570-2572: , Zeitschrift: , Ausgabe ()

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