Influenza-Vakzination

Praxis-Depesche 20/2000

Verstärkter Impfschutz für Patienten über 65

Dass immunschwache und ältere Patienten eine Schutzimpfung gegen Influenzaviren brauchen, steht außer Zweifel. Allerdings stellt sich die Frage nach der richtigen Grippe-Vakzine, weil herkömmliche Impfstoffe gerade bei Risikopatienten oft keinen ausreichenden Antikörpertiter aufbauen. Die Lösung bietet eine Vakzine mit dem neuen Adjuvans MF59, das besonders hohe Antikörperspiegel induziert.

Das neuartige Adjuvans MF59 ist eine spezielle Öl-in-Wasser-Emulsion, die im Organismus eine verstärkte Antigenpräsentation und dadurch eine intensivere Immunreaktion auslöst. Somit wirkt das Adjuvans wie eine Verstärkersubstanz für die neue Grippevakzine Fluad® ("Flu" wie Influenza, "ad" wie adjuviert), die in 30 Studien mit über 18 000 Patienten getestet wurde und gegenüber herkömmlichen Impfstoffen signifikant höhere Antikörpertiter erzielte. Darüber hinaus hält der Impfschutz etwa ein Jahr an und bietet auch bei Veränderungen des Virusstamms während der Saison (Drift) erweiterten Schutz. Der Influenza-Subunitimpfstoff enthält die von der WHO empfohlenen Virus-Oberflächenantigene Hämagglutinin und Neuraminidase der Influenzaviren A und B. Die Vakzine ist seit 1997 in Italien auf dem Markt und bei über zwei Millionen Patienten erprobt. In Deutschland steht sie seit September 2000 zur Verfügung und wurde für Patienten über 65 Jahren mit erhöhtem Risiko für Influenza-assoziierte Komplikationen zugelassen. Das bezieht sich insbesondere auf Personen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Atemwegserkrankungen. Der Impfstoff ist gut verträglich. Gelegentlich auftretende lokale Reaktionen wie Rötungen oder Schwellungen klingen meist innerhalb eines Tages ohne Therapie ab. Eine Zulassung für jüngere Risikopatienten wird angestrebt. (EJ)

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