Neues Behandlungsprinzip gegen Tumoren

Praxis-Depesche 7/2005

Vielversprechend: Angiogenese-Hemmer Bevacizumab

Seit kurzem ist auch bei uns ein völlig neues viel versprechendes Prinzip für die Tumorbehandlung verfügbar: der Angiogenese-Hemmer Bevacizumab. Er verhindert die Vaskularisierung des Tumors und "hungert" ihn damit aus. Zugelassen ist er derzeit für die First-line-Therapie des metastasierten Kolorektalkarzinoms.

In der Zulassungsstudie verlängerte die zusätzliche Gabe des monoklonalen Antikörpers zur Basis-Chemotherapie mit i.v. Fluorouracil / Folinsäure, zum Teil auch plus Irinotecan, die mittlere Überlebenszeit von 15 auf 20 Monate. Knapp ein Viertel der Studienteilnehmer erhielt nach dem progressionsfreien Intervall, das unter der Chemotherapie allein 6,2 und unter der Zusatzbehandlung mit dem Angiogenese-Hemmer 10,6 Monate betragen hatte, Oxaliplatin. Auch in dieser Subgruppe zeigte sich eine deutliche Lebensverlängerung durch den Antikörper: mehr als 25 Monate. "Vor kurzem mussten wir bei diesen Patienten noch mit einer weiteren Lebenserwartung von zwölf Monaten zufrieden sein", so Prof. Hans-Joachim Schmoll, Halle-Wittenberg. "Mit modernen Schemata plus Bevacizumab schaffen wir heute bereits das Doppelte. Drei Jahre scheinen erreichbar." Der Angiogenese-Hemmer werde Bestandteil des Standardregimes in der First-line-Therapie beim metastasierten Darmkrebs werden. Nach Prof. Wolff Schmiegel, Bochum, lässt sich mit Bevacizumab wahrscheinlich jede Chemotherapie optimieren. Getestet wird es derzeit auch in der adjuvanten Behandlung und zur Verhinderung der Metastasierung, bei der die Vaskularisierung ebenfalls eine wichtige Rolle spielt. Auch bei anderen Tumoren - etwa nichtkleinzelligem Bronchial-, Pankreas- und Nierenzellkarzinom - wird Bevacizumab intensiv geprüft. (SB)

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