Karpaltunnel-Syndrom bei Kassiererinnen

Praxis-Depesche 7/2007

Vollzeitbeschäftigte stärker gefährdet

Kassiererinnen gelten wegen der repetitiven Tätigkeiten als Risikogruppe für ein Karpaltunnel-Syndrom. Die Dauer der biomechanischen Exposition scheint dabei eine entscheidende Rolle zu spielen.

In Italien nahmen 226 Kassiererinnen und 98 Büroangestellte von vier großen Supermärkten an einer Querschnittstudie teil. 71 Frauen waren Vollzeitbeschäftigte (sechs Tage pro Woche ca. sechs Stunden), 155 Kassiererinnen arbeiteten in Teilzeit (drei Tage pro Woche). Neben arbeitsspezifischen und persönlichen Angaben wurde das ergonomische Risiko eingeschätzt, die Nervenleitgeschwindigkeit im Medianusnerv bds. gemessen und die Frauen zu Symptomen eines Karpaltunnel-Syndroms befragt (Taubheit, Zittern, Brennen oder Schmerzen in mindestens einem der ersten drei Finger).

Vollzeit-Kassiererinnen berichteten signifikant häufiger über frühere (54%) und gegenwärtige (31%) Symptome eines Karpaltunnel-Syndroms als Teilzeitbeschäftigte (36% und 19%) oder Büroangestellte (34% und 16%). Ein ähnlicher, aber nicht signifikanter Trend wurde auch für manifeste Karpaltunnel-Syndrome beobachtet.

Quelle: Bonfiglioli, R: Relationship between repetitive work and the prevalence of carpal tunnel syndrome in part-time and full-time female supermarket cashiers: a quasi-experimental study, Zeitschrift: INTERNATIONAL ARCHIVES OF OCCUPATIONAL AND ENVIRONMENTAL HEALTH, Ausgabe 80 (2006), Seiten: 248-253
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