Anämie bei Diabetikern

Praxis-Depesche 9/2005

Vor allem Patienten mit Nephropathie sind blutarm

Anämie ist kein seltener Befund bei Diabetikern; die meisten diesbezüglichen Studien wurden allerdings bei Typ-2-Patienten durchgeführt. Wie häufig Blutarmut bei Typ-1-Diabetikern vorkommt und welche Risikofaktoren es dafür gibt, untersuchte man kürzlich in Australien.

An drei Kliniken in Sydney und Melbourne wurde bei 312 Typ-1-Diabetikern neben der Bestimmung der Stoffwechselparameter und anderer Laborwerte auch ein großes Blutbild erstellt. Jeder siebte Patient (14%) wies eine Anämie auf, d. h. Werte unter 13 g/dl bei Männern und 12 g/dl bei Frauen. 5% der Männer und 8% der Frauen lagen mit ihrer Hb-Konzentration sogar unter 11 g/dl.

Das größte Risiko für eine Anämie trugen Patienten mit diabetischer Nephropathie. Mehr als die Hälfte der Diabetiker (52%) mit Makroalbuminurie waren blutarm; von den Patienten mit Mikroalbuminurie waren es immerhin noch 24%, von denen mit normaler Eiweißausscheidung im Urin nur 8%. Die Diabetiker mit eingeschränkter Nierenfunktion hatten sechsmal häufiger eine Anämie als jene mit gesunden Nieren. Die anämischen Patienten wiederum wiesen häufiger eine Retinopathie und makrovaskuläre Komplikationen auf als die Patienten mit normalen Hb-Werten, unabhängig von einer begleitenden Nephropathie.

Quelle: Thomas, MC: Anemia in patients with type 1 diabetes, Zeitschrift: JOURNAL OF CLINICAL ENDOCRINOLOGY AND METABOLISM, Ausgabe 89 (2004), Seiten: 4359-4363
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