Praxis-Depesche 5/2018

Gestationsdiabetes

Warnzeichen für spätere Glucoseintoleranz

Eine gestörte Glucosetoleranz in der Schwangerschaft erhöht das Komplikationsrisiko für Mutter und Kind ebenso wie die Wahrscheinlichkeit eines späteren Typ-2- Diabetes. Japanische Forscher suchten nach Prädiktoren für eine gestationsbedingte Insulinpflicht und postpartal anhaltende Glucoseintoleranz.

In einer Klinik im Süden Japans wurde innerhalb eines Jahres bei 529 Schwangeren ein Gestationsdiabetes diagnostiziert. Sie erhielten zunächst Diätempfehlungen. Reichten diese nicht aus, um die 2-h-postprandialen Glucosespiegel auf unter 120 mg/dl zu senken, wurde eine Insulintherapie begonnen. 185 Patientinnen unterzogen sich sechs bis zwölf Wochen nach der Entbindung nochmals einem oralen Glucosetoleranztest.
Knapp 11% der Studienteilnehmerinnen wurden während der Schwangerschaft insulinpflichtig. Als unabhängige Prädiktoren hierfür erwiesen sich ein geringeres Schwangerschaftsalter bei der Diagnose des Gestationsdiabetes, höhere 1-h-Plasmaglucosewerte im oGTT sowie höhere HbA1c-Werte. Als Cutoff- Grenzen definierten die Studienautoren SSW 25,07, 181,5 mg/dl und 5,35%. Durch Kombination der drei Faktoren erreichte die Vorhersage eine Sensitivität und Spezifität von jeweils 67,3%.
Treten diese Frühindikatoren auf, sollte nach Ansicht der Studienautoren verstärkt auf eine sich möglicherweise im Verlauf der Schwangerschaft entwickelnde Insulinpflicht und postpartale Störung der Glucosetoleranz geachtet werden. CW

Quelle:

Nishikawa T et al.: One-hour OGTT plasma glucose at GDM diagnosis is a common predictor of the need for insulin ... J Diabetes Investig 2018; Epub Apr 6; doi: 10.1111/jdi.12848



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