Chronische Kreuzschmerzen

Praxis-Depesche 4/2000

Was leistet die "osteopathische manuelle Therapie"?

Die osteopathische manuelle Therapie stellt eine Behandlungsphilosophie dar, die bei Patienten mit Rückenschmerzen ihre Anhänger hat. Ihr Nutzen wird allerdings kontrovers diskutiert.

Bei der osteopathischen manuellen Therapie werden Knochen, Muskeln und Sehnen so manipuliert, dass die Durchblutung gesteigert und dadurch der Heilungsprozess gefördert wird. Sie wird schon seit mehr als hundert Jahren praktiziert und erfreut sich besonders in den USA immer größerer Beliebtheit. Dort wurde kürzlich die Wirkung dieser Art von manueller Wirbelsäulentherapie (die sich prinzipiell von der chiropraktischen Methode unterscheidet) mit einer konventionellen Standardbehandlung verglichen. Patienten, die mindestens drei Wochen, aber weniger als sechs Monate an Kreuzschmerzen litten, erhielten randomisiert entweder allopathische Therapien (Analgetika, Entzündungshemmer, physikalische Therapie; n = 72) oder individuell festgelegte manuelle Therapien (n = 83). Nach zwölf Wochen ging es sämtlichen Patienten besser. Mehr als 90% der Patienten beider Gruppen waren mit ihrer jeweiligen Behandlung zufrieden. Hinsichtlich der untersuchten Parameter Schmerz und Beweglichkeit) bestand kein Unterschied zwischen den Gruppen. Allerdings mussten bei der Standardbehandlung mehr Medikamente eingesetzt werden und häufiger eine Physiotherapie verordnet werden. (GW)

Quelle: Andersson, GBJ: A comparision of osteopathic spinal manipulation with standard care for patients with low back pain, Zeitschrift: NEW ENGLAND JOURNAL OF MEDICINE, Ausgabe 341 (1999), Seiten: 1413-1484
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