Risikofaktoren für Asthma bronchiale

Praxis-Depesche 5/2021

Welche Rolle spielt die Schadstoffbelastung?

Der rasante Anstieg der Prävalenz von Asthma und Allergien weltweit lässt vermuten, dass neben genetischen Faktoren auch Umwelt- und soziale Faktoren eine Rolle spielen könnten. Eine dänische, landesweit durchgeführte Fall-Kontroll-Studie konnte das nun bestätigen.
In der Untersuchung sollten anhand der Methode der Überlebensanalyse Risikofaktoren wie Luftverschmutzung sowie familiäre Faktoren wie elterliches Asthma, rauchende Mütter, Eltern mit hohem Bildungsniveau oder Einkommen für das Auftreten von Asthma und persistierendem Giemen bei Kindern identifiziert werden.
Die Proband:innen wurden aus der gesamten dänischen Bevölkerung gezogen und umfassten alle Kinder (geboren 1997 bis 2014) mit einer Asthma-Diagnose oder mit mindestens zwei Verschreibungen für Asthma-Medikamente (n=122.842) von ihrem ersten bis 15. Geburtstag. Für jeden dokumentierten Fall wurden 25 zufällige Kontrollen ausgewählt, die mehrmals als Kontrollen dienen konnten (n=3.069.943), keine Asthmadiagnose hatten und nach Geschlecht und Geburtstag bis auf eine Woche genau übereinstimmten. Alle Kinder und ihre Eltern wurden in Dänemark geboren.
Bei den Schadstoffen wurde der Fokus auf mehrere verschiedene Gase und Aerosole oder Partikel gelegt: Ozon, Stickstoffdioxid (NO2), Nitrat (NO3-), kombiniertes Stickoxid (NO) und Stickstoffdioxid, Feinstaub ≤2,5 μm (PM2,5) und ≤10 μm (PM10), Schwefeldioxid (SO2), Sulfat (SO4), Ammoniak (NH3), Ammonium (NH4+), sekundäre anorganische Aerosole (die Summe aus Nitrat, Sulfat und Ammonium), elementarer Kohlenstoff, organischer Kohlenstoff und Meersalz.
Eine höhere Inzidenz von Asthma wurde bei Kindern von Eltern mit Asthma (HR 2,29) und Müttern, die während der Schwangerschaft rauchten (HR 1,2) gefunden, während eine niedrigere Inzidenz bei Kindern von Eltern mit hohem Bildungsniveau (HR 0,72) und hohem Einkommen (HR 0,85) detektiert wurde. Die Exposition gegenüber Feinstaub ≤2,5 μm (PM2,5) und ≤10 μm (PM10) und Stickstoffdioxid war mit einem erhöhten Risiko für Asthma und persistierendes Wheezing assoziiert. VW
Kommentar
Der mit Abstand stärkste Risikofaktor für Asthma waren Eltern mit Asthma (HR 2,29). Dagegen verblasst die Risikoerhöhung durch Feinstaub und NO2 mit HR zwischen 1,04 und 1,05. Als protektiv erwies sich hoher Bildungsgrad (HR 0,72) und hohes Einkommen (HR 0,85) der Eltern.
Quelle: Holst GJ et al.: Air pollution and family related determinants of asthma onset and persistent wheezing in children: nationwide case-control study. BMJ 2020; 370: m279
ICD-Codes: J45.9
Urheberrecht: cherryandbees_@adobestock
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