Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Praxis-Depesche 9/2020

Welcher Kaffee geht aufs Herz?

Kaffee ist das weltweit am häufigsten verwendete Stimulans und wahrscheinlich auch das sicherste. Trotzdem kommt es fürs Herz auf die Braumethode an.
Trägt Kaffee zu einem erhöhten Risiko für ischämische Herzerkrankungen (IHD) bei? Eine Rolle spielt dabei wohl, ob der Kaffee einen Papierfilter passiert hat oder nicht. Ungefilterter Kaffee enthält eine erhebliche Menge an LDL-Cholesterin und einen erhöhten Anteil der Diterpene Kahweol und Cafestol, welche zumindest theoretisch zu einem höheren IHD-Risiko beitragen. Eine Studie prüfte den Zusammenhang zwischen der Kaffeemenge sowie der Art des Kaffees und dem Risiko für IHD und Schlaganfälle. Hierzu wurden 508.747 Männer und Frauen mittleren Alters betrachtet und über 20 Jahre deren Todesursachen bewertet. Die gefilterte Brauart wurde von 59 % der Teilnehmer bevorzugt, 20 % bevorzugten ungefiltertes Gebräu und 9 % verwendeten beide Arten. 12 % tranken keinen Kaffee. Die Sterblichkeit war in den Kaffeegruppen niedriger als in der Gruppe ohne Kaffee. Gefilterter Kaffee war bei Männern mit einem niedrigeren Risiko für CVD verbunden, während alle drei Brauarten bei Frauen mit signifikant niedrigerer CVD-Mortalität assoziiert waren. Männer im Alter über 60 Jahren hatten eine höhere Sterblichkeit als Männer ohne Kaffee. Unter den Kaffeekonsumenten hatte die Referenzgruppe mit ein bis vier Tassen gefiltertem Kaffee täglich die niedrigste Mortalität und die Gruppe mit neun Tassen die höchste Sterblichkeit. DM
Quelle: Tverdal A et al.: Coffee consumption and mortality from cardiovascular diseases and total mortality: does the brewing method matter? Eur J Prev Cardiol 2020; doi: 10.1177/2047487320914443
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