Corona-Pandemie in den USA

Praxis-Depesche 12/2020

Wie hat sich der Alkoholkonsum verändert?

Eine Umfragestudie untersuchte Veränderungen des Alkoholkonsums bei US-amerikanischen Erwachsenen und die damit verbundenen negativen Folgen von vor bis während der COVID-19-Pandemie.
Als Anfang des Jahres in den USA die ersten Quarantäne-Verordnungen zur Eindämmung des Coronavirus verhängt wurden, meldete das Marktforschungsunternehmen Nielsen zeitgleich einen Anstieg des nationalen Alkoholabsatzes um 54 % im Vergleich zum Vorjahr. Der Online-Umsatz stieg gegenüber 2019 um 262 %. Die durchgeführte Stichprobe umfasste 1.540 Erwachsene (mittleres Alter 56,6 Jahre; 825 [53,6 %] waren im Alter zwischen 30 und 59 Jahren und 883 [57,3 %] Frauen) aus der Basisumfrage, die ein Jahr später die Wave- 2-Umfrage abgeschlossen hatten.
Die Häufigkeit des Alkoholkonsums stieg insgesamt um 0,74 Tage (95 % CI, 0,33-1,15 Tage), was einem Anstieg von 14 % gegenüber dem Ausgangswert von 5,48 Tagen im Jahr 2019 entspricht. Im Durchschnitt wurde Alkohol von drei von vier Erwachsenen einen Tag mehr pro Monat konsumiert. Bei Frauen gab es einen signifikanten Anstieg von 0,18 Tagen starken Alkoholkonsums (95 % CI, 0,04 - 0,32 Tage) gegenüber dem Ausgangswert von 2019 von 0,44 Tagen, was einem Anstieg von 41 % gegenüber dem Ausgangswert entspricht.
Diese Ergebnisse legen nahe, dass eine Untersuchung, ob der Anstieg des Alkoholkonsums während der Pandemie anhält und ob das psychische und physische Wohlbefinden anschließend beeinträchtigt wird, sinnvoll ist. NM
Quelle: Pollard MS et al.: Changes in adult alcohol use and consequences during the COVID-19 pandemic in the US. JAMA Netw Open 2020; 3(9): e2022942
ICD-Codes: F10.1
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