Große individuelle Unterschiede | Praxis-Depesche 19/2005

Wie viel Alkohol muss man trinken, um eine Leberzirrhose zu bekommen?

Dass übermäßiger Alkoholgenuss zu einer Leberzirrhose führen kann, ist bekannt. Alkoholkonsum kann an der Leber vielfältige Veränderungen hervorrufen. In einigen epidemiologischen Studien wurde beschrieben, dass ab einer bestimmten täglichen Alkoholmenge sicher eine Leberzirrhose auftritt. Kann man tatsächlich eine Schwellendosis festlegen, ab wann eine Leberzirrhose entsteht?

In einem albanischen Krankenhaus wurde bei 51 Patienten eine Leberbiopsie durchgeführt. Alle Patienten nahmen regelmäßig Alkohol zu sich. Die Veränderungen am Lebergewebe sollten zum angegebenen Alkoholkonsum ins Verhältnis gesetzt werden.

Bei keinem der Patienten lag eine Leberzirrhose vor. 46 Patienten hatten eine Steatosis hepatis, sechs Patienten zeigten Veränderungen im Sinne einer alkoholischen Hepatitis. Bei 40 Patienten fand sich eine diffuse mononukleäre Entzündung. Die diffuse Steatose war direkt mit der Menge an konsumiertem Alkohol korreliert. Ein sicherer Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und degenerativen Veränderungen ließ sich nicht nachweisen. Patienten mit einer beginnenden Fibrose tranken regelmäßig mehr als 80 g Alkohol pro Tag. Eine klare Alkohol-Schwellendosis für das sichere Auftreten einer Leberzirrhose ließ sich nicht feststellen.


Quelle: Kondili, LA: Correlation of alcohol consumption with liver histological features in non-cirrhotic patients, Zeitschrift: EUROPEAN JOURNAL OF GASTROENTEROLOGY AND HEPATOLOGY, Ausgabe 17 (2005), Seiten: 155-159

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