HIV-Infektionen in China | Praxis-Depesche 22/2003

Zunahme auch bei Schwulen

Die Inzidenz von HIV-1-Infektionen nimmt in China dramatisch zu. Für das Jahr 2010 wird mit bis zu 10 Millionen Infizierten gerechnet. Während die Prävalenzen unter i.v.-Drogenabhängigen und weiblichen Prostituierten schon gut untersucht sind, steht dies für Männer mit homosexuellen Kontakten noch aus.

Von September 2001 bis Januar 2002 wurden an einschlägigen Treffpunkten in Peking Männer mit homosexuellen Kontakten um Teilnahme an einer Studie gebeten, in der ein HIV-Test und ein Standardinterview u. a. zu den Sexualgewohnheiten durchgeführt werden sollte. 489 Männer über 18 Jahre konnten für die Studie rekrutiert werden. Von den 481 Teilnehmern, von denen für den HIV-Test ausreichend Transsudat der Mundschleimhaut gewonnen werden konnte, waren 15 (3,1%) HIV-positiv. Dies betraf Männer, die älter als 39 Jahre waren, 4,5-mal häufiger als Männer unter 39, unabhängig von der Anzahl der Sexualpartner. 238 (49%) der Männer berichteten über ungeschützten Analverkehr mit Männern in den vergangenen sechs Monaten; 107 (22%) hatten in dem selben Zeitraum ungeschützten Vaginalverkehr mit Frauen. 293 (64%) der älteren und 53 (11%) der jüngeren Männer waren verheiratet.

Quelle: Choi, KH: Emerging HIV-1 epidemic in China in men who have sex with men, Zeitschrift: THE LANCET, Ausgabe 361 (2003), Seiten: 2125-2126

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