KHK plus pAVK | Praxis-Depesche

Zusätzliche Risikoreduktion durch Rivaroxaban/ASS

Wenn mehrere Stromgebiete von Atherosklerose betroffen sind, steigt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse erheblich an. Auch bei leitliniengerechter Sekundärprävention bleibt das Risiko hoch. Kann eine zusätzliche Thromboseprophylaxe daran etwas ändern?

Das REACH-Register hat gezeigt, dass etwa ein Viertel der Patienten mit koronarer Herzkrankheit (KHK) auch andere atherosklerotische Erkrankungen, z. B. eine pAVK oder zerebrovaskuläre Erkrankung aufweisen, und über 60 % der pAVK-Patienten leiden gleichzeitig an einer KHK und/oder einer zerebrovaskulären Erkrankung. Diese Patienten tragen ein besonders hohes kardiovaskuläres Ereignisrisiko. Durch eine intensivierte Thrombozytenfunktionshemmung, z. B. mit Clopidogrel oder Ticagrelor, jeweils zusätzlich zu ASS, ließ sich gegenüber ASS-Monotherapie in Studien das Risiko für das Auftreten kardiovaskulärer Ereignisse zwar senken, nicht aber die Mortalität, betonte Dr. Karin Rybak, Dessau, auf einer Veranstaltung von Bayer Vital.  

Neue Erkenntnisse brachte die COMPASS-Studie, in die mehr als 27.000 Patienten eingeschlossen waren, davon 91 % mit KHK und 27 % mit pAVK. Sie erhielten entweder Rivaroxaban 2 x tgl. 2,5 mg plus ASS 1 x tgl. 100 mg, oder nur 5 mg Rivaroxaban oder 100 mg ASS 1 x tgl. Da sich das duale Wirkprinzip bei einer Interimsanalyse als überlegen erwies, wurde die Studie vorzeitig beendet und Rivaroxaban (2x 2,5 mg) plus ASS (100 mg 1x tgl.) im August 2018 in Europa für solche Risikopatienten zugelassen.

Bei einem durchschnittlichem Follow-up von 23 Monaten hatte Rivaroxaban/ASS das Risiko für größere kardiovaskuläre Ereignisse gegenüber ASS alleine hochsignifikant um 24 % (p < 0,001) gesenkt. Rivaroxaban alleine in der höheren Dosis erzielte dagegen keinen signifikanten Effekt. Unter der dualen antithrombotischen Therapie kam es auch zu einem signifikanten Rückgang der Gesamtmortalität um 18 % (p = 0,01). Schwere Blutungen traten zwar unter dem dualen Regime häufiger auf, doch bei den bedrohlichen intrakraniellen Blutungen, kritischen Organblutungen oder tödlichen Blutungen gab es keinen Unterschied. AB


Quelle:

Fachpressekonferenz: „Antikoagulation mit Xarelto® - der Weg des Patienten durch Diagnostik und Therapie“, München, 22.2.2019, Veranstalter: Bayer Vital

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