Praxis-Depesche 6/2017

Nach Nierentransplantation

Diabetes verhindern = Maßnahme Nr. 1

Kardiovaskuläre Erkrankungen und Neoplasien sind bei nierentransplantierten Patienten mit funktionierender Niere die häufigsten Todesursachen. Eine aktuelle Studie aus Spanien untersuchte nun, wie häufig kardiovaskuläre Probleme nach einer Nierentransplantation auftraten und welche Risikofaktoren es dafür gab.

In der ambispektiven (sowohl retro- als auch prospektive Datenerhebung) Studie wurden 2019 nierentransplantierte Patienten der Jahre 1981 bis 2011 ausgewertet. Als kardiovaskuläre Events (CV) wurden Myokardinfarkt, PCI, zerebrovaskuläre Ereignisse, Angina pectoris, Herzinsuffizienz, Rhythmusstörungen, pAVK, CV-Erkrankung und -Tod gewertet.
Das mittlere Alter bei Transplantation betrug im Durchschnitt 47 Jahre. 16,5% der Transplantierten wiesen bereits prä transplantationem CV-Probleme auf, bei 9,7% traten sie nach dem Eingriff auf. Ein Jahr nach der Transplantation lag die kumulative Inzidenz für ein CV-Ereignis bei 5,0%, nach fünf Jahren bei 8,1% und nach zehn Jahren bei 11,9%.
Nach multivariater Berechnung ergaben sich folgende Risikofaktoren für ein CV-Event nach Nieren-Tx: männliches Geschlecht, Alter des Empfängers, vorbestehende CV-Erkrankung, Rauchen vor der Transplantation und Diabetes- Entwicklung nach der Transplantation.
Von allen diesen Faktoren kommt der Neuentstehung eines Diabetes mellitus nach einer Transplantation eine besondere Bedeutung zu. Diabetes ist vielleicht die wichtigste und klinisch beachtenswerteste Komplikation der immunsuppressiven Therapie, und vom Diabetes geht ein besonders hohes CV-Risiko aus. Die Vermeidung eines Posttransplantationsdiabetes stellt somit vielleicht die effektivste Strategie zur Vermeidung von CV-Problemen und CV-bedingten Todesfällen dar. CB

Quelle:

Seoane-Pillado MT et al.: Incidence of cardiovascular events ... BMC Cardiovasc Disord 2017; 17: 72



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