Praxis-Depesche 11/2017

Oligoartikuläre JIA

Ist eine Kombitherapie im Vorteil?

Die juvenile idiopathische Arthritis (JIA) stellt eine heterogene Gruppe von Erkrankungen unbekannter Ursache dar. Sie ist bei Kindern relativ häufig und führt oft zu bleibender Behinderung. Die Behandlung ist eine Herausforderung.

Für die oligoartikuläre Form der Krankeit (bis zu vier Gelenke betroffen) gibt es kaum evidenzbasierte Therapievorschläge. Betroffene Kinder erhalten meist NSAR und intraartikuläre Kortikosteroide. Bei der polyartikulären Variante gilt Methotrexat als wichtigstes DMARD; bei wenigen befallenen Gelenken ist sein Stellenwert unklar. Italienische Forscher untersuchten daher, ob bei solchen Kindern orales Methotrexat zusätzlich zu intraartikulären Steroiden den Therapieerfolg verbessert. An zehn Krankenhäusern wurden 102 Kinder (Alter unter 18 Jahren) auf intraartikuläre Kortikoid-Injektionen randomisiert, 105 weitere erhielten zusätzlich orales Methotrexat. In der nur mit Steroiden behandelten Gruppe erreichten 32% der Kinder Remissionen in allen Gelenken; in der Gruppe mit zusätzlichem Methotrexat waren es 37% (Unterschied nicht signifikant). Die Nebenwirkungsrate unter der Kombitherapie betrug 17%; schwere Komplikationen kamen nicht vor. Neue Gelenke wurden in beiden Gruppen ähnlich oft mit Arthritis befallen.

Laut den Autoren schien das zusätzliche Methotrexat die Exazerbationen allerdings hinauszuzögern und die Remissionen zu verlängern. Sie halten die Kombination daher als Referenztherapie geeignet, vor allem für Kinder mit erhöhten Entzündungsparametern. WE


Quelle:

Ravelli A et al.: Intra-articular corticosteroids ... Lancet 2017; 389: 909-16



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