Brandverletzungen | Praxis-Depesche 2/2019

Achtung bei diabetischen Patienten!

Schwere Verbrennungen führen häufig zu einer akuten, stressinduzierten Hyperglykämie, wodurch die Mortalität der Patienten stark erhöht wird. Aber auch eine bestehende Diabeteserkrankung kann die Behandlung von Brandverletzten erschweren.

Beeinträchtigungen des Immunsystems sowie daraus resultierende Wundheilungsstörungen oder Infektionen sind eine typische Folge chronisch erhöhter Blutzuckerwerte. Eine Arbeitsgruppe ging nun der Frage nach, ob während der Behandlung von Brandverletzungen bei diabetischen Patienten vermehrt Komplikationen auftreten. Zu diesem Zweck wurden zwischen 2006 und 2016 gesammelte Daten von 76 diabetischen und 1.186 nicht-diabetischen Brandopfern analysiert.
Tatsächlich war die Inzidenz von Harnwegsinfekten, Wundinfektionen, Sepsis sowie Herz-, Nieren- oder Lungenversagen unter den diabetischen Brandverletzten signifikant erhöht. Dabei machte es keinen Unterschied, ob es sich um einen gut (HbA1c < 7 %) oder schlecht eingestellten Diabetes (HbA1c > 7 %) handelte. Auch war die mediane Aufenthaltsdauer, die die Patienten aufgrund der Verbrennung in stationärer Behandlung verbrachten, bei diabetischen versus nicht-diabetischen Brandopfern länger (19 vs. 13 Tage). RG

Quelle:

Dolp R et al.: The effect of diabetes on burn patients: a retrospective cohort study. Crit Care 2019; 23: 28

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