Kasuistik | Praxis-Depesche 2/2019

Allergie mittransplantiert

Aufgrund eines Emphysems, verursacht durch a1-Antitrypsin-Defizienz, erhielt eine 68-jährige Patientin unilateral ein Lungentransplantat. Zwei Wochen später gönnte sie sich ein Erdnussbutter-Sandwich – mit Folgen.

Unvermittelt entwickelte die Patientin ein akutes hypoxisches Lungenversagen (SpO2 61 %), so dass sie intubiert werden musste, um die Sauerstoffsättigung wieder zu normalisieren. Etwa 18 Stunden nach dem Vorfall wurde die Patientin wieder extubiert, und war wieder komplett asymptomatisch. Erst dann fand man heraus, dass die Atemnot direkt nach dem Verspeisen des Brotes eingetreten war, und der Verdacht fiel auf die Erdnussbutter als Auslöser einer Anaphylaxie.
Ein Serumtest des Lungendonors bestätigte dessen Erdnussallergie. Das Serum der transplantierten Patientin testete auf Erdnüsse jedoch negativ. Sicherheitshalber wurde ihr geraten, alle Nüsse zu meiden, und man stattete sie für alle Fälle mit einem Epinephrin-Autoinjektor aus. Drei Monate später fiel der IgE-Test der Patientin wieder negativ aus, der Prick-Test allerdings positiv.
Ähnliche Fälle von Allergie-Übertragungen sind auch bei anderen Organtransplantationen beschrieben worden. Wichtig dabei ist, dass ein Prick-Test hier die verlässlichere Testvariante ist. OH
Quelle:

Odish M et al.: Acquired donor peanut allergy from lung transplantation resulting in respiratory failure: a case report. Transplant Proc 2018; 50: 4085-6

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