Evidenz im Überblick

Praxis-Depesche 8/2016

Alternative Therapien bei Migräne

Die Hälfte aller Migränepatienten experimentieren mit alternativen Heilmethoden. Es gibt eine wichtige Frage, die Sie jedem von Migräne Betroffenem stellen sollten. Und es gibt zahlreiche alternative Therapien, die Sie einordnen können sollten.

Sehr viele Patienten mit Migräne teilen ihrem (Haus-)arzt nicht mit, dass sie alternative Heilmethoden ausprobiert haben oder dies planen. Als Behandelnder sollten Sie das aber wissen, weshalb die wichtigste Frage lautet: „Haben Sie bereits alternative Therapien gegen Ihre Migräne ausprobiert oder planen, dies zu tun?“

Damit Sie die alternativen Möglichkeiten besser beurteilen können, finden Sie folgend eine Übersicht mit entsprechenden Bewertungen (A: gute Patienten-orientierte Evidenz; B: inkonsis tente, limitierte Evidenz; C: Meinung, lediglich Fallserie):

  • Akupunktur (6-15 Sitzungen): effektiv zur Prophylaxe (A)
  • Biofeedback (3-24 Sitzungen): effektiv, aber selten angewendet (A)
  • Botox (1-3 Behandlungen): effektiv bei chronischer Migräne, hat Nebenwirkungen (A)
  • Pestwurz/Petasites hybridus (50-75 mg 2x/d): gute Evidenz, aber cave: hepatotox. (A)
  • Mutterkraut/Chrysanthemum parthenium/ „falsche Kamille“ (8,25 mg 3x/d): vermutlich effektiv, cave: kontraindiziert in Schwangerschaft, Allergiepotenzial (B)
  • Magnesium (400 mg/d): vermutlich effektiv, besonders bei Mg-Mangel (B)
  • körperliche regelmäßige Aktivität (40 min. 3x/Woche): reduziert Kopfschmerz (B)
  • Riboflavin (B2, 400 mg/d): vermutlich effektiv bei Einnahme länger als 3 Monate (B)
  • Coenzym Q10 (150-300 mg/d): evtl. hilfreich (C)
  • TENS (transkutane elektrische Nervenstimulation, 20 min./d): scheint zur Prophylaxe gut zu sein (C)
  • TMS (transkraniale magnetische Stimulation, bei Aura-Beginn): effektiv zur Akutbehandlung bei Migräne mit Aura (C)
  • Ernährungsumstellung: eher zur Triggervermeidung geeignet
  • Yoga: uneinheitliche Studienlage CB
Quelle:

Armstrong L, Gossard G: Taking an integrative approach ... J Fam Pract 2016; 65(3): 165-76

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