Natriuretisches Peptid bei Herzinsuffizienz

Praxis-Depesche 11/2006

Andere Normwerte bei Übergewicht

Das natriuretische Peptid Typ B (BNP) ist bei Herzinsuffizienz erhöht und korreliert mit deren Schweregrad, Füllungsdruck und Prognose. Neuere Studien gaben Hinweise, dass Übergewicht mit erniedrigten BNP-Spiegeln einhergeht. Inwieweit beeinflusst dies die Aussagekraft der BNP-Spiegel bei übergewichtigen Patienten mit Herzinsuffizienz?

In die Studie wurden 316 Patienten mit Herzinsuffizienz aufgenommen. Sie wurden nach ihrem BMI in drei Gruppen eingeteilt. Bei übergewichtigen und fettsüchtigen Patienten waren die BNP-Konzentrationen signifikant gegenüber norm ge wichtigen Probanden erniedrigt. So lagen die Werte im Median bei schlanken Patienten bei 747 pg/ml, bei übergewichtigen Patienten bei 380 pg/ml und bei fettsüchtigen bei 332 pg/ml.

In jeder Gruppe fand sich eine klare Assoziation zwischen der Höhe des BNP und der Schwere der Herzinsuffizienz und des pulmonal-kapillären Verschlussdrucks. Die BNP-Konzentration korrelierte außerdem unabhängig vom BMI mit der Prognose. Der Schwellenwert lag hier bei 452 pg/ml.

Über die Ursachen der niedrigen BNP-Werte bei erhöhtem BMI besteht noch Unklarheit, verschiedene kontroverse Möglichkeiten werden diskutiert.

Quelle: Horwich, TB: B-type natriuretic peptide levles in obese patients with advanced heart failure, Zeitschrift: JOURNAL OF THE AMERICAN COLLEGE OF CARDIOLOGY, Ausgabe 47 (2006), Seiten: 85-90
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