Depression | Praxis-Depesche 7-8/2020

Aspirin gegen die Altersdepression?

Vorhandene Präventionsstrategien für Depression nutzen psychotherapeutische Behandlungen bei Personen mit beginnender Symptomatik. Eine evidenz-basierte, präventive Pharmakotherapie steht gegenwärtig nicht zur Verfügung.
Die mögliche Rolle von Entzündungsreaktionen bei Depression wird unterstützt durch die Assoziation von entzündlichen Erkrankungen mit einer höheren Depressionsrate. Auch fanden sich bei Depressiven höhere Level an inflammatorischen Biomarkern wie Interleukin-6, C-reaktives Protein und TNF α, während nach erfolgreicher Therapie die Level von IL-6, IL-4 und IL-10 fielen. In einer Studie wurde der Frage nachgegangen, ob eine antientzündliche Therapie eine Depression verhindern könnte.
Randomisiert wurden 9.525 Teilnehmer, die täglich 100 mg Aspirin erhielten, und 9.589 Teilnehmer auf Placebo. Das mittlere Alter betrug 75 Jahre, im Median wurde 4,7 Jahre lang beobachtet. Der primäre Endpunkt war ein Score von mindestens 8 in der CES-D-10-Skala. Die Inzidenzrate dieses Endpunkts war 70,4 pro 1.000 Personenjahre in der Aspiringruppe und 69,1 in der Placebogruppe (p=0,54).
Die Konklusion fiel knapp aus: Niedrig dosiertes Aspirin verhindert keine Depression bei ansonsten gesunden, älteren Erwachsenen. Frühere Berichte aus dieser Studie wiesen allerdings auf ein klar erhöhtes Blutungsrisiko hin. VW
Quelle: Berk M et al.: Effect of aspirin vs placebo on the prevention of depression in older people. JAMA Psychiatry 2020; e201214

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