Kasuistik | Praxis-Depesche 2/2019

Balamuthia mandrillaris – Tod durch Nasenspülung?

Eine 69-Jährige behandelte auf Anraten ihres HNO-Arztes ihre chronische Sinusitis mit Nasenspülungen – allerdings mit Leitungswasser. Erst entwickelte sich ein Exanthem an der Nase, später eine Amöbenenzephalitis.

Mit dem Exanthem an der Nase ging die Frau mehrmals zum Dermatologen, der keine eindeutige Diagnose stellen konnte. Ein Jahr später erlitt die Patientin einen fokale Epilepsieattacke, die den linken Arm betraf. Ein CT zeigte eine zerebrale Läsion rechts im motorischen Kortex. Zwei Wochen später wurde die Frau mit linksseitiger Hemiplegie und psychologischen Veränderungen erneut aufgenommen. Ein MRT zeigte Läsionen im rechten Frontal-, im linken Parietal- und im rechten Okzipitallappen, im bilateralen Kleinhirn und im rechten parazentralen Pons. Weitere 19 Tage später schlug der Neuropathologe die Möglichkeit einer Amöbeninfektion vor. Trotz aggressiver Therapie verstarb die Patientin. Ob die Nasenspülungen tatsächlich die Infektion mit der extrem seltenen Amöbe Balamuthia mandrillaris auslösten, konnte nicht eindeutig festgestellt werden. Ein ähnlicher Fall ist aber bekannt. EG
Quelle:

Piper KJ et al.: Fatal Balamuthia mandrillaris brain infection associated with improper nasal lavage. Int J Infect Dis 2018; 77: 18-22

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