| Praxis-Depesche 21/2007

Behandelbare Gleichgewichtsstörungen bei Neurosarkoidose

Bei Sarkoidose können alle Organe von granulomatös entzündlichen Veränderungen betroffen sein. Nur in etwa 5% der Fälle treten auch neurologische Komplikationen auf.

Bei einer 69-jährigen Frau hatten sich Gangstörungen über einige Monate hin verschlimmert, sodass sie bei den Neurologen vorstellig wurde. Außer beidseitiger Schwerhörigkeit hatte sie kei­nerlei Probleme. Da keine Muskelschwäche, Probleme bei Wahrnehmung und Koordination der Beine sichtbar waren und Infektionen ausgeschlossen wurden, suchte man nach neurologischen Ursachen.

Eine Pleozytose im Liquor galt als erster Hinweis für die weitere Suche nach Anzeichen einer Autoimmunerkrankung. Im CT wurde im Bereich von Hilum und Trachea eine bilaterale Lymphadenopathie festgestellt, in der Lungenbiopsie zeigten sich nicht-verkäsende Granulome.

Unter der Annahme, dass auch die Gleichgewichtsstörungen auf eine Neurosarkoidose zurückzuführen wären, erhielt die Frau über zwei Monate Prednisolon, beginnend mit 40 mg täglich, dann in abnehmender Dosis. Darunter besserten sich die Gangstörungen und auch ihre Schwerhörigkeit deutlich. Allgemein werden als neurologische Komplikation der Sarkoidose häufiger Fazialislähmungen als Symptome im Vestibulum beschrieben. Diese waren im vorliegenden Fall gut behandelbar.

Quelle: Agari, Dai: Neurosarcoidosis: a treatable cause of vestibular dysfunction, Zeitschrift: THE LANCET, Ausgabe 369 (2007), Seiten: 878

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