Praxistipp | Praxis-Depesche 5/2020

Behandlung von Schulterschmerzen

Schulterschmerzen, die von der Rotatorenmanschette ausgehen, sind ein häufiges Krankheitsbild in der Hausarztpraxis. Eine australische Erhebung zeigt, dass hier sowohl Ultraschall als auch Steroidinjektionen oft zu früh eingesetzt werden.
Bei Schulterschmerzen im Bereich der Rotatorenmanschette werden leitliniengerecht zunächst NSAR und eine physikalische Therapie mit Bewegungsübungen empfohlen. Erst wenn die Schmerzen nach sechs bis zwölf Wochen weiter persistieren, sollten eine Bildgebung (v. a. Ultraschall) und Steroidinjektionen zum Einsatz kommen. Eine Erhebung unter australischen Hausärzten zeigt ein anderes Bild. Deren Patienten erhielten in 54,7 % ein NSAR, 19,5 % eine Steroidinjektion und 43,4 % eine bildgebende Diagnostik (41,2 % Ultraschall, 11,6 % Röntgen). Über die Hälfte, nämlich 53,0 %, erhielt bereits bei der erstmaligen Vorstellung eine Ultraschalldiagnostik. In der Zeit von 2000 bis 2016 stieg die Frequenz des Ultraschalls von 19,1 % auf 41,9 %, also auf das Doppelte. Die Anzahl der Patienten, die eine Steroidinjektion erhielten, stieg ebenfalls um den Faktor 2, nämlich von 9,8 % auf 19,7 %. Nach Meinung der Autoren sprechen diese Daten auch dafür, dass bei der Abrechnung der entsprechenden Leistungen falsche Anreize gesetzt werden. PS
Quelle: Naunton J et al.: General practice management of rotator cuff related shoulder pain: A reliance on ultrasound and injection guided care. PLoS One 2020; 15(1): e0227688
ICD-Codes: M75.8

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