Selbsthilfe im Notfall | Praxis-Depesche 6/2016

Bei Erstickung: Vornüber beugen!

Den Heimlich-Handgriff als Erste-Hilfe- Maßnahme bei drohender Erstickung kennt jeder. Was aber kann man als Erstickender tun, wenn man allein ist?

Das European Resuscitation Council empfiehlt bei akuter Erstickungsgefahr, dem Betroffenen mit Schlägen zwischen die Schulterblätter zu helfen. Wenn das nichts bringt, sollte man es mit dem Heimlich-Handgriff versuchen. Häufig ist der Erstickende allerdings auf sich allein gestellt.
In diesen Fällen kann sich der Erstickende selbst helfen, indem er sich aus dem Stand vornüber beugt und den Kopf möglichst tief Richtung Boden neigt (wem die Position schwer fällt, kann sich auch auf einen Stuhl knien und versuchen, mit dem Kopf den Boden zu berühren). Die Kopfüber-Position wird allgemein bei erstickenden Kindern im Alter von unter einem Jahr empfohlen. Bei Erwachsenen kann sie die Effektivität anderer Hilfsmaßnahmen verbessern. Ein weiterer Vorteil ist, dass Speichel und andere Flüssigkeiten, welche ggf. die Atemwege blockieren, abfließen können. Steckt der Fremdkörper allerdings unter der Glottis, kann er in der inversen Körperausrichtung auf die Stimmbänder fallen und dadurch die Atemwege vollständig blockieren. Eine infraglottische Obstruktion kommt allerdings nur in 25% der Fälle vor. Am sichersten ist es, die Kopfüber- Position als letzte Notfalloption einzusetzen, wenn keine anderen Manöver helfen konnten oder wenn man als Erstickender auf sich allein gestellt ist. OH
Quelle:

Luczak A: Head-down self-treatment. Resuscitation 2016; 103: e13

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