Vakzine mit neuartigem Adjuvans

Praxis-Depesche 18/2001

Besserer Grippeschutz für Ältere

Die Influenza bedeutet vor allem für ältere Menschen, deren Immunsystem oft deutlich beeinträchtigt ist, Lebensgefahr: Die oft multimorbiden Patienten weisen ein besonders hohes Risiko für eine dramatisch verlaufende Erkrankung und Influenza-assoziierte Komplikationen auf. Gerade bei Senioren führen konventionelle Grippe-Impfstoffe jedoch häufig nur zu einer schwachen Immunreaktion. Ein neuer Impfstoff verspricht nun einen verstärkten Influenza-Impfschutz dank einem neuartigen Adjuvans.

Mit konventionellen Influenza-Impfstoffen wird bei Kindern und Erwachsenen bis 65 Jahren bei guter Übereinstimmung der Impfstoff-Antigene mit den zirkulierenden Virusstämmen eine Schutzrate vor Erkrankung bzw. stationärer Krankenhausaufnahme von 70 bis 90% erzielt. Bei älteren Menschen und bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem kann dieser Wert auf unter 50% sinken. Ein neuer Grippeimpfstoff bietet diesem Personenkreis verstärkten Impfschutz. Das dieser Vakzine zugesetzte neuartige Adjuvans MF59 verbessert die Antigen-Präsentation und stimuliert auf diese Weise das Immunsystem älterer Patienten stärker. MF59 steigert die humorale und die T-Helferzell-Immunantwort. Wirksamkeit und Verträglichkeit des neuen Impfstoffs - er enthält die von der WHO empfohlenen Oberflächenantigene Hämagglutinin und Neuraminidase der Influenzaviren A und B - wurden weltweit in 30 klinischen Studien mit über 12 000 Patienten untersucht. Es zeigte sich, dass der Antikörpertiter nach der Impfung signifikant um 10 bis 15% ansteigt. Der Impfschutz hält ungefähr ein Jahr an und schützt auch bei während der Saison auftretendem Antigen-Drift. Die neue Vakzine wird gut vertragen. Zwar wurden lokale Impfreaktionen (Rötung, Schwellung, Schmerzen an der Injektionsstelle) geringfügig häufiger beobachtet als bei konventionellen Impfstoffen, doch waren sie meist nur schwach ausgeprägt und verschwanden schon nach kurzer Zeit. Übrigens sollten sich nach den neuesten STIKO-Empfehlungen vor allem Ältere nicht zu früh gegen Grippe impfen lassen, da bei ihnen die Immunisierung meist nicht so lange anhält wie bei jüngeren Impflingen. Aufgrund des Erkrankungsgipfels im Dezember und Januar sollte der Impftermin auf Ende Oktober/Anfang November gelegt werden. (GS)

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