Kasuistik | Praxis-Depesche 2/2019

Bronchialbaum ausgehustet

Bronchialausgüsse können als Komplikation einer Erkrankung der Lungen, des Herzens oder der Lymphgefäße entstehen. An einer Klinik in Kalifornien hustete sich ein 36-Jähriger sprichwörtlich „die Lunge aus dem Leib”.

Der junge Mann wurde mit akuter Exazerbation seiner chronischen Herzinsuffizienz aufgenommen. Es fanden sich die Myokardschwäche mit einer Ejektionsfraktion von 20 %, ein Aortenklappenersatz, Stenting eines Aortenaneurysmas und ein Herzschrittmacher wegen AV-Block dritten Grades. Es wurde ein Ventrikelassistenzsystem platziert, und man legte eine Heparin-Infusion zur systemischen Antikoagulation an.
In der folgenden Woche traten Hämoptyse-Episoden mit kleinen Volumina auf, es kam zu sich steigernder Atemnot mit zunehmendem Sauerstoffbedarf. Während eines extrem starken Hustenanfalls entleerte der Patient einen kompletten Abguss des rechten Bronchialbaums (drei Segmentbronchien des Oberlappens, zwei des Mittellappens und fünf des Unterlappens). Man intubierte danach. Bei der flexiblen Bronchoskopie fand man etwas Blut in den basalen Ästen des rechten Lappens. Zwei Tage später wurde der Patient extubiert. Es traten keine weiteren Hämoptysen auf. Eine Woche später verstarb er aber an Komplikationen der Herzinsuffizienz. WE
Quelle:

Woodard GA et al.: Cast of the right bronchial tree. N Engl J Med 2018; 379: 2151

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