Neuer „GOLD"-Standard

Praxis-Depesche 3/2018

COPD-Screening nur bei Symptomen

Die „Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease“ (GOLD) gilt als eine der wichtigsten Instanzen, wenn es um Empfehlungen zum klinischen Manage ment der COPD geht. In 2017 wurden nun die GOLD-Leitlinien aktualisiert und äußern sich dabei auch zu neuen Details des COPD-Screenings.

Die Vorgänger-Version der COPD-Leitlinien stammte aus 2001 – es war also Zeit für eine Aktualisierung. Neben allen COPD-Belangen fanden sich in der neuen Version des Empfehlungswerkes auch Vorschläge zur Optimierung des Screenings auf COPD für die klinische Praxis.
1. Empfehlung: Asymptomatische Patienten sollten nicht mittels Spirometrie auf COPD gescreent werden. Zahlreiche Studien konnten lediglich eine Sensitivität von etwa 50% für diese Maßnahme zeigen. Außerdem blieb die Screening-Spirometrie in diesem Setting den Nachweis einer Morbiditäts-, Mortalitätsoder Lebensqualitätsverbesserung schuldig.
2. Empfehlung: Liegen bei einem Patienten Risikofaktoren für eine COPD vor, sollte eine Spirometrie zur Identifizierung von bislang undiagnostizierten Fällen eingesetzt werden. Als Risikofaktoren gelten: Alter ≥40 Jahre mit einer Raucheranamnese von mehr als 20 Pack-years oder rezidivierenden pulmonalen Infekten und/oder Symptomen wie Dyspnoe oder chronischem Husten mit Sputumauswurf.
3. Empfehlung: Alle Patienten mit COPD und deren genetisch Verwandte sollten einmalig auf einen !1-Antitrypsinmangel hin untersucht werden. Dies gilt besonders in Regionen hoher Prävalenz des Mangels wie Nordeuropa (Skandinavien und England) und Spanien und Portugal. In positiv getesteten Fällen kann eine a1-Antitrypsin-Therapie den Untergang von Lungengewebe bremsen.
4. Empfehlung: Aktuelle und frühere (innerhalb der vergangenen 15 Jahre) Raucher mit mindestens 30 Pack-years sollten mittels Low-dose-CT auf Bronchialkarzinom gescreent werden. CB
Quelle:

Press VG et al.: Screening for chronic obstructive pulmonay disease. JAMA 2017; 318: 1702-3

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