Diabetes insipidus | Praxis-Depesche 6/2019

Copeptin statt Wasserentzugstest

Zwischen einer primären Polyurie und Diabetes insipidus sicher zu unterscheiden, ist oft schwierig. Referenzstandard zur Diagnose ist der indirekte Wasserentzugstest, der aber umständlich durchzuführen und oft ungenau ist. Eine verlässlichere Methode ist die Bestimmung von Plasma-Copeptin nach osmotischer Stimulation.

Der indirekte Wasserentzugstest misst die maximale Urinkonzentration bei längerer Flüssigkeitsverwehrung und die Nierenreaktion auf verabreichtes Desmopressin. Eine bessere Alternative bietet der direkte Nachweis von Plasma-Copeptin nach Infusion einer hypertonen Salzlösung. Verglichen wurden beide Methoden an 144 Patienten mit hypotoner Polyurie. Gemessen wurde das Copeptin dann, wenn der Plasmanatriumspiegel nach der Infusion auf ≥ 150 mmol/l gestiegen war.
Die Referenzdiagnose erfolgte auf Grundlage von Krankengeschichte, Testergebnissen und Therapieansprechen. Danach wiesen 57 % der Patienten eine primäre Polydipsie auf, 41 % einen zentralen Diabetes insipidus und 2 % einen nephrogenen Diabetes insipidus. Richtig lag der indirekte Wasserentzugstest bei 108 von 141 auswertbaren Datensätzen (diagnostische Genauigkeit 76,6 %; 95%KI 68,9 - 83,2). Der Copeptin-Test stellte bei einem Cutoff von > 4,9 pmol/l bei 138 Patienten (96,5 %) die richtige Diagnose (95%KI 92,1 - 98,6; p < 0,001). Auch konnte der Copeptin-Test mit signifikant höherer Erfolgsquote als der Wasserentzugstest zwischen einer primären Polydipsie und einem partiellen zentralen Diabetes insipidus unterscheiden (korrekte Diagnose bei 95,2 vs. 73,3 %; siehe Abb. 1). OH
 

 

Quelle:

Fenske W et al.: A copeptin-based approach in the diagnosis of diabetes insipidus. N Engl J Med 2019; 379(5): 428-39

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