Besondere Ätiologie | Praxis-Depesche 5/2019

Der typische Herztod bei Adipösen

Adipositas ist bekanntlich ein Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen. Eine Studie gibt nun Aufschluss über die Hauptmerkmale und die Ätiologie von plötzlichen Herztodfällen bei adipösen Patienten.

Eingeschlossen waren 1.033 Fälle von unerwartetem plötzlichem Herztod, die junge Personen (Alter ≤ 35 Jahre) betrafen. Bei adipösen Betroffenen (20 %) waren die wichtigsten Post-mortem-Befunde: normales Herz (sudden arrhythmic death syndrome, 50 %), unerklärte linksventrikuläre Hypertrophie (12 %) und kritische koronare Herzkrankheit (12 %). Im Vergleich zu nicht adipösen Patienten mit plötzlichem Herztod war ein plötzlicher Arrhythmie-bedingter Tod weniger häufig (50 % vs. 60 %, p < 0,01), während linksventrikuläre Hypertrophie und kritische koronare Herzkrankheit bei Adipösen häufiger auftraten (12 % vs. 2 %, p < 0,001 und 12 % vs. 3 %, p < 0,001). Die Prävalenz der kritischen und unkritischen koronaren Herzkrankheit war bei adipösen Personen signifikant höher.
Verschiedene Bedingungen liegen dem plötzlichen Herztod bei Adipositas zugrunde. Der Grad der linksventrikulären Hypertrophie, gemessen am Herzgewicht, ist auch nach Berücksichtigung der Körpergröße erhöht. Fast jeder vierte junge fettleibige Patient weist zu einem gewissen Grad eine koronare Herzkrankheit auf, was die Notwendigkeit der Primärprävention in dieser Gruppe unterstreicht. DE
Quelle:

Finocchiaro G et al.: Obesity and sudden cardiac death in the young ... Eur J Prev Cardiol 2018; 25(4): 395-401

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