Risiko für Hyperurikämie | Praxis-Depesche 11/2019

Die Blutfette spielen mit

Die Harnsäure, ein Endprodukt im Purinstoffwechsel, hat physiologische Funktionen. Erhöhte Serumwerte beim Patienten korrelieren aber mit Gicht, kardiovaskulären Komplikationen, Niereninsuffizienz und Typ-2-Diabetes.
Die Hyperurikämie ist häufig in vielen westlichen Ländern, aber auch in China. An der Universitätsklinik von Hangzhou beschäftigte man sich mit der Epidemiologie dieses Stoffwechselleidens.
In den USA hatte man eine enge positive Assoziation des Harnsäurespiegels mit LDL-Cholesterin, Triglyzeriden, Gesamtcholesterin, ApoB und dem Verhältnis Triglyzeride zu HDL-Cholesterin sowie eine negative zum HDL festgestellt. Die meisten der Studien konnten aber nichts darüber aussagen, ob diese Faktoren kausal mit hoher Harnsäure zusammenhängen.
Die Chinesen konzipierten zu dieser Frage eine Querschnitts- und eine prospektive Studie, in die 9.238 Klinikpatienten eingeschlossen wurden. 1.704 von ihnen (18,4%) hatten eine Hyperurikämie. Während eines Follow-up von 21.757 Personenjahren traten im Gesamtkollektiv der Patienten, die zunächst normale Werte hatten, 1.492 neue Fälle von Hyperurikämie auf.
Prävalenz und Inzidenz der Stoffwechselanomalie stiegen bei Frauen im Alter über 50 Jahren stark an. Als Risiken für eine Hyperurikämie erwiesen sich erhöhte Werte von BMI, systolischem Blutdruck, Nüchtern- Blutzucker, Triglyzeriden, LDL-Cholesterin, GPT, Harnstoff und Kreatinin sowie das Vorliegen einer Fettleber.
Die Behandlung einer asymptomatischen Hyperurikämie (7,0 mg/dl bei Männern und 5,0 mg/dl bei Frauen) kann späteren Komplikationen (vor allem kardiovaskulären) vorbeugen. Die genannten Risikofaktoren weisen früh auf eine solche Entwicklung hin. WE
Quelle: Ni Q et al.: Risk factors fort he development of hyperuricemia: A STROBE-compliant cross-sectional and longitudinal study. Medicine 2019; 42: e17597

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