Diabetes und Nierenbeteiligung

Praxis-Depesche 12/2019

Dysbiose Gram-negativer Darmbakterien

Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und chronischer Nierenerkrankung ist die Diversität des Darm-Mikrobioms vermindert. Eine aktuelle Studie hat nun die Zusammenhänge zwischen Gram-negativen Bakterien im Darm, dem von ihnen produzierten Lipopolysaccharid (LPS) und der resultierenden Entzündung untersucht.
Eine Dysbiose des Darmmikrobioms ist mit der Entwicklung und Progression von chronischen Nierenerkrankungen, kardiovaskulären Komplikationen, Adipositas sowie Typ-2-Diabetes assoziiert. Lipopolysaccharid (LPS), ein Bestandteil der äußeren Zellmembranen von Gram-negativen Bakterien, führt zu einer chronischen Immunantwort mit Entzündungsreaktion. Wie Forscher aus Texas und Sachsen nun herausgefunden haben, ließen sich sowohl bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und chronischer Nierenerkrankung als auch bei gesunden Kontrollen vier Stämme Gram-negativer Bakterien im Darmmikrobiom nachweisen. Daraus könnten sich neue diagnostische und therapeutische Ansätze wie etwa eine Reduktion der relativen Häufigkeit von LPS-produzierenden Bakterien im Darm ableiten lassen. BA
Quelle: Salguero MV et al.: Dysbiosis of Gram-negative gut microbiota and the associated serum lipopolysaccharide exacerbates inflammation in type 2 diabetic patients with chronic kidney disease. Exp Ther Med 2019; 18: 3461-69
ICD-Codes: N18.9 , E11.9
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