Häusliche Pflege schwerstkranker Patienten | Praxis-Depesche 4/2004

Ein Full-time-Job, der die Angehörigen erheblich belastet

Die Versorgung schwerkranker Patienten mit fortgeschrittener Demenz in häuslicher Umgebung stellt hohe Ansprüche an die Angehörigen. Amerikanische Wissenschaftler haben nun in einer großen Studie untersucht, wie eingespannt die Pflegepersonen im letzten Jahr vor dem Tod der Patienten sind und wie sie auf den Todesfall dann reagieren.

217 Personen, die Familienmitglieder mit Demenz daheim im letzten Jahr vor ihrem Tod pflegten, wurden in die Studie eingeschlossen. Mehr als die Hälfte dieser Personen fühlte sich 24 Stunden am Tag "on duty". Sie mussten ihren Job aufgeben oder die beruflichen Aktivitäten reduzieren, um den pflegerischen Aufgaben nachzukommen. Die Pflegepersonen, die Demenzkranke betreuten, waren außerdem häufig depressiv. Die depressiven Symptome verschwanden jedoch innerhalb einiger Monate nach dem Tod des Patienten. 72% der Pflegepersonen gaben an, dass sie den Tod der Patienten als Erleichterung empfunden hätten. Mehr als 90% der Befragten sahen den Tod als Erlösung für die Patienten. (MO)

Quelle: Prigerson, HG: costs to society of family caregiving for patients with end-stage alzheimer´s disease, Zeitschrift: NEW ENGLAND JOURNAL OF MEDICINE, Ausgabe 349 (2003), Seiten: 1891-1892: , Zeitschrift: , Ausgabe ()

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