Praxis-Tipp | Praxis-Depesche 3/2019

Fortschritte im DVT-Management

Tiefe Venenthrombosen (deep vein thrombosis, DVT) sind gefürchtet, vor allem wegen des Risikos von Thromboembolien. Die Empfehlungen zu Diagnostik und Therapie wurden in den letzten fünf Jahren in vielen Details modifiziert.

Eine diagnostische Neuerung ist der Einsatz der Pulmonary Embolism Rule-Out Criteria (PERC). Diese sind: Alter > 50 Jahre, Herzfrequenz > 100, O2-Sättigung < 95 %, einseitige Beinschwellung, Hämoptyse, kürzliche OP oder Trauma, frühere Lungenembolie oder DVT und Einnahme von Östrogenen. Liegt keines der Kriterien vor, ist eine Lungenembolie weitgehend ausgeschlossen und Bildgebung entbehrlich. Der Algorithmus sollte aber nur bei niedriger Prätest-Wahrscheinlichkeit angewendet werden. In der Therapie kann man die Antikoagulation auf eine Dauer von drei Monaten beschränken, wenn das Rezidivrisiko als nicht hoch eingestuft wird. Patienten mit einer ersten venösen Thromboembolie, für die kein Auslöser bekannt ist, sollten aber unbefristet antikoaguliert werden. Dazu werden zunehmend direkte orale Antikoagulanzien (DOAK) eingesetzt. Der Einsatz von Vena-cava-Filtern ist umstritten. Sie kommen bei absoluter Kontraindikation für Antikoagulanzien in Frage. Kompressionsstrümpfe werden nur zur Symptomlinderung empfohlen. WE
Quelle:

Trischler T et al.: Venous thromboembolism ... JAMA 2018; 320: 1583-94

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