Globaler Klimakiller | Praxis-Depesche 7/2019

Gesundheitssektor verursacht Treibhausgase

Eine der wesentlichen Herausforderungen des 21. Jahrhundert ist es, mit den gesundheitlichen Folgen der Erderwärmung umzugehen. Dabei tragen die nationalen Gesundheitssysteme selbst erheblich – beispielsweise in Form von Treibhausgasemissionen – zum Klimawandel bei.
Rund 10 % der Treibhausgasemissionen in den USA im Jahr 2013 standen in Zusammenhang mit dem Gesundheitswesen. Neben den durch die Einrichtungen und Fahrzeuge verursachten direkten Emissionen zählen hierzu auch verschiedene indirekte Emissionen, die z. B. bei der Herstellung von Medikamenten anfallen. Die Autoren schätzen, dass die jährlich durch den US-Gesundheitssektor entstehenden Treibhausgasemissionen zusätzlich mindestens 123.000 bis 381.000 DALYS (disability- adjusted life-years) verursachen werden. Die gravierendsten gesundheitlichen Auswirkungen erwarten die Forscher im Bereich der Malnutrition – insbesondere in bevölkerungsreichen und landwirtschaftlich dominierten Teilen von Afrika und Südbzw. Südostasien. Voraussichtlich wird der Klimawandel auch Infektionserkrankungen begünstigen. Die Autoren appellieren auch an Vertreter des Gesundheitswesens, die Öffentlichkeit für die Folgen des Klimawandels zu sensibilisieren. LO
Quelle: Eckelman MJ et al.: Estimated global disease burden from US health care sector greenhouse gas emissions. Am J Public Health 2018; 108(S2): S120-2

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